Vor über vier Jahren wurde die Südwestumfahrung Brugg im Juni 2013 mit über
68 Prozent Ja-Stimmen-Anteil vom Aargauer Stimmvolk angenommen. Doch die Bewilligung für das 46,45 Mio. Franken teure Strassenbauprojekt lässt auf sich warten.

Denn das Projekt der Südwestumfahrung Brugg ist derzeit noch immer mit einer Einsprache blockiert, die eine ökologische Ersatzmassnahme betrifft. Deshalb hat der Kanton eine alternative Massnahme im Gebiet der «Schacheninsle» erarbeitet und als Projektänderung öffentlich aufgelegt. Die Brugger Ortsbürger hatten zuvor im Juni dieses Jahres einen entsprechenden Landverkauf an den Kanton mit grosser Mehrheit gutgeheissen.

Eine Einwendung beim Verwaltungsgericht

«Gegen diese alternative ökologische Ersatzmassnahme ist keine Einwendung eingegangen», schreibt das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) nun in einer Medienmitteilung. Das vom Regierungsrat am 26. Oktober 2016 gutgeheissene Grossprojekt Südwestumfahrung Brugg sei derzeit durch eine an das Verwaltungsgericht weitergezogene Einwendung blockiert.

Gegenstand dieser Einwendung ist die Lage einer ökologischen Ersatzmassnahme im Gebiet Brugger Schachen. Im Zuge der Verhandlungen mit dem Einsprecher hat das BVU beschlossen, anstelle der ursprünglich geplanten Ersatzmassnahme eine Alternative im Gebiet der «Schacheninsle» umzusetzen. Das entsprechende Projekt wurde als Projektänderung der Südwestumfahrung Brugg vom 17. Juli bis zum 31. August 2017 öffentlich aufgelegt. Einwendungen gab es, wie erwähnt, nicht.

Mit dem Landerwerb begonnen

Als nächster Schritt wird diese Projektänderung durch den Regierungsrat – voraussichtlich im Oktober 2017 – gutgeheissen. Anschliessend wird gemäss BVU dem Verwaltungsgericht der Verzicht auf die ursprüngliche (und noch strittige) Ersatzmassnahme und die Umsetzung der neuen Massnahme mitgeteilt. Damit könne das Verwaltungsgericht die Einwendung abschreiben und das Verfahren abschliessen, heisst es in der Mitteilung weiter. Damit wäre die Südwestumfahrung Brugg – mit der neuen Ersatzmassnahme – voraussichtlich noch im 2017 – rechtskräftig.

Zwischenzeitlich wurde bereits mit dem für das Projekt erforderlichen Landerwerb begonnen. «Es ist vorgesehen, die Bauarbeiten im 2018 auszuschreiben», betont das BVU. Aufgrund des aktuellen Projektstands sei der Baubeginn für Frühjahr 2019 geplant.

Separates Verfahren: Fahrverbot Habsburgstrasse

Noch im Verfahren befindet sich laut BVU das Fahrverbot auf der Habsburgstrasse in Windisch als flankierende Massnahme zum Schutz des Reutenenquartiers. Dabei handle es sich jedoch um eine unabhängige Auflage, die Südwestumfahrung Brugg sei davon nicht tangiert. Mit deren Bau sollen die Zentren Brugg und Windisch vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Gegen das Vorhaben gingen im Rahmen der ersten öffentlichen Auflage gegen 30 Einwendungen beim Kanton ein.