Swissfel
Eine gute Basis für den neuen Stern am Forschungshimmel

Bei Regen wurde im Würenlinger Wald der Grundstein für die modernste Forschungsanlage am Paul- Scherrer-Institut (PSI) gelegt. Dank ultraschnellem Röntgenlicht möchte das PSI die Schweizer Wirtschaft beschläunigen.

Hans Lüthi
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Mit Hammer auf die Grundstein-Kiste (von links): Ammann André Zoppi, Fritz Schiesser vom ETH-Rat, Landammann Alex Hürzeler, PSI-Direktor Joël Mesot, Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio, Swissfel-Projektleiter Hans Braun und Bauherren-Vertreter Marco Hirzel. Frank Reiser, PSI

Mit Hammer auf die Grundstein-Kiste (von links): Ammann André Zoppi, Fritz Schiesser vom ETH-Rat, Landammann Alex Hürzeler, PSI-Direktor Joël Mesot, Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio, Swissfel-Projektleiter Hans Braun und Bauherren-Vertreter Marco Hirzel. Frank Reiser, PSI

Wie eine künftige Landepiste für ein Flugzeug kommt dem erstmaligen Besucher die Baustelle für den Swissfel im Würenlinger Unterwald vor. Metertief ist der Einschnitt im einstigen Wald, aber die meisten Teile der 700 Meter langen Anlage werden wieder zugedeckt und grün überwachsen werden.

Den Swissfel in einem Tunnel zu bauen, ist vor Jahren verworfen worden – auch wegen der Kosten. Mit 275 Millionen Franken ist der neue Stern am Forscherhimmel auch so nicht ganz billig.

Grundstein für starkes Fundament

Zur feierlichen Grundsteinlegung lud PSI-Direktor Joël Mesot ein, 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung liessen sich vom Dauerregen nicht abhalten. Der Akt symbolisiere ein solides Fundament, das Projekt sei breit abgestützt, innerhalb der ETH und in der Politik auf allen Stufen.

Für Mesot ein Musterbeispiel der Zusammenarbeit, ohne die eine solche Hightech-Anlage nicht so schnell machbar wäre. «Der Swissfel hat politisch und baulich ein solides Fundament», versicherte der PSI-Direktor.

Als sie das Projekt im Wald erstmals sahen, hätten sie im Gemeinderat schon leer geschluckt. «Aber jetzt wird der Swissfel von allen mitgetragen», versicherte der Würenlinger Ammann André Zoppi und lobte die Zusammenarbeit mit dem PSI als «offen, fair und rücksichtsvoll.»

Die Wirtschaft beschleunigen

Von einer hochmodernen und technologisch anspruchsvollen Anlage sprach Hans Braun, der langjährig am Cern bei Genf wirkte und seit 2009 Swissfel-Projektleiter ist. «Mit seiner Relativitätstheorie hat Albert Einstein die Grundlagen geliefert», betonte Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rates.

«Mit dem Swissfel wollen wir Elektronen beschleunigen und die Schweizer Wirtschaft auch», erklärte Schiesser. Das ultraschnelle Röntgenlicht werde «neue Einblicke in die Materie ermöglichen». Der exzellente Ruf unserer Forschung werde in der ganzen Welt gehört.

Von «einer Sternstunde» sprach der Aargauer Landammann Alex Hürzeler. Für Wirtschaft, Politik und Forschung sei es ein Tag der Freude.

«Die Regierung verspricht sich einen hohen Standortnutzen für die Aargauer Firmen», so Hürzeler. Schon früh hat der Kanton 30 Millionen Franken beigesteuert, um die Bedeutung des PSI zu unterstreichen. D

ie Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik funktioniere im Aargau mustergültig. «Die Schweiz hält den Spitzenplatz», laute das hochgesteckte Ziel des Bundesrates, unterstrich Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung, Forschung, Innovation.

Swissfel-Pläne und Zeitungen

Im Eichendorf Würenlingen war die Kiste mit Dokumenten für die Nachwelt aus währschaftem Eichenholz gezimmert worden. Unter der Regie von Marco Hirzel von Generalunternehmer Equifel Suisse legten die Redner Zeitdokumente in die Kiste, er selber die Übersichtspläne für die Bauzeit von 2013 bis 2016.

Joël Mesot fügte weitere Swissfelpläne, die Botschaft und die Aargauer Zeitung dazu. Von Hans Braun stammt die Wegleitung zur Steuererklärung, damit allen klar ist, woher das Geld kommt.

Einen kleinen Stein aus Glarner Schiefer brachte Fritz Schiesser, der grosse folgt 2016. Alex Hürzeler hinterlegte das Entwicklungsleitbild 2013 bis 2022 des Aargaus. Zudem ein Swisslos, «mit dem Risiko, jetzt eine Million zu verlochen».

Die Botschaft ans Parlament und die Würenlinger Swissfel-Protokolle kamen von Mauro Dell’Ambrogio und André Zoppi. Dann wurde die Kiste gemeinsam vernagelt und einbetoniert – damit beim Auffinden in 500 oder 5000 Jahren noch alles intakt ist.