Dieser Ermittlungserfolg ist für die Kantonspolizei Aargau historisch. Nach langwierigen Untersuchungen konnte die Kapo insgesamt drei Aargauer Drogendealern das Handwerk legen. Dies teilte Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser am Dienstagmorgen in einer Medienmitteilung mit.

Anders als üblich haben die Drogendealer ihre Waren nicht in Gassen vertickt, sondern im verborgenen Teil des Internets, dem sogenannten Darknet. Darin sollen die drei Aargauer per Postversand grosse Mengen an Marihuana, Kokain und LSD verkauft haben. «Dieser Ermittlungserfolg ist für die Kapo Aargau ein Novum, und hat deshalb auch eine wichtige Signalwirkung», sagt Mediensprecher Bernhard Graser auf Anfrage der az.

Kapo Aargau spürt den Spardruck des Kantons

Bernhard Graser spricht von aufwendigen Ermittlungen unter schwierigen Bedingungen. Schwierig deshalb, weil auch die Kapo Aargau den Spardruck des Kantons spüre. Ihr würden deshalb nur eine «handvoll» an IT-Ermittlern zur Verfügung stehen, die sich neben dem Darknet auch noch auf andere Tätigkeitsfeldern konzentrieren müssen.

Und aufwendig seien Ermittlungen im verborgenen Teil des Internets immer, da sich die Kriminellen mittels verschlüsselter IP-Adresse und mit falschen Identitäten bewegen können. Erschwerend hinzu kommt, dass Zahlungen im Darknet in der digitalen Währung Bitcoin getätigt werden, die eine anonyme Zahlungsabwicklung garantiert. «Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Betäubunsmittelfahndung und Staatsanwaltschaft ist es unseren IT-Spezialisten trotzdem gelungen, drei dicke Fische aus dem Darknet-Sumpf zu ziehen», bilanziert Graser.

Auch wenn diese Dealer letztlich nur die Spitze des Eisbergs seien, können die gesammelten Erfahrungen für zukünftige Ermittlungen goldwert sein. Graser: «Unsere IT-Spezialisten haben dadurch neue Erkenntnisse gewonnen, die Ihnen in ähnlichen Fällen weiterhelfen werden.»

Drogendealer sitzen in Untersuchungshaft

Der Kampf gegen Cyberkriminelle wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Gemäss dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) wird das Darknet bei Kriminellen immer beliebter.

Für die drei Aargauer Drogendealer wird der Zugang zum verborgenen Internet für längere Zeit verschlossen bleiben. Sie sitzen bereits seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Ihnen drohen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz längere Freiheitsstrafen.