Landwirtschaftsgesetz
Dieser Bauer hofft auf rasche Landumlegung

Landwirt Stefan Moser aus Würenlos will 30 Hektaren Fläche. Mit dem Landtausch und Zusammenlegen von Grundstücken sollen sinnvoller bewirtschaftbare und grössere Einheiten entstehen.

Hans Lüthi
Merken
Drucken
Teilen
Betriebsleiter Stefan Moser vom Birchhof in Würenlos inmitten seiner Milchkühe, die alle aus eigener Zucht stammen. Chris Iseli

Betriebsleiter Stefan Moser vom Birchhof in Würenlos inmitten seiner Milchkühe, die alle aus eigener Zucht stammen. Chris Iseli

Die Kühe des kräftigen Bauern Stefan Moser auf dem Birchhof in Würenlos kommen beim Fototermin bedrohlich nahe. Im Gegensatz zu uns hat er keine Berührungsängste zu seinen rot-weiss-gefleckten Tieren der Rasse Redholstein.

«Alle sind sie auf dem Hof geboren, wir betreiben neben der Milchwirtschaft eine eigene Aufzucht und laufen nicht Gefahr, Krankheiten einzuschleppen», erklärt Moser.

Der Milchbereich macht samt Kälbermast zwischen einem Drittel und der Hälfte des Umsatzes auf dem Birchhof aus. Von der schön gelegenen Kuhweide vor Haus und Hof reicht der Blick über Wiesen und Felder bis zum Bachtel, «bei klarem Wetter bis zum Säntis», ergänzt der Würenloser Feuerwehrkommandant in dieser Landschaftsidylle.

Vergrösserung der Fläche als Ziel

Der Familienbetrieb hat ein typisches Problem vieler Mittelland-Bauern: Flächenmässig bewegt er sich mit 21 Hektaren – davon die Hälfte Pachtland – an der unteren Grenze. «Unser Ziel wären 30 Hektaren Fläche», sagt der Betriebsleiter zur anstehenden Teilmelioration im Osten der Gemeinde.

Mit dem Landtausch und Zusammenlegen von Grundstücken sollen sinnvoller bewirtschaftbare und grössere Einheiten entstehen. Doch bisher sind solche Meliorationen stets gescheitert. Dank dem revidierten Landwirtschaftgesetz können die Umlegungen einfacher und schneller realisiert werden.

Bis heute sind die Verfahren oft extrem langwierig. «Die Kosten werden zu zwei Dritteln von Bund und Kanton gedeckt, zusammen mit der digitalen Vermessung bezahlen die Würenloser Ortsbürger 500 bis 1000 Franken pro Hektare», sagt Vater und SVP-Grossrat Ernst Moser. Damit wird es auch für die Grundbesitzer tragbar.

Wirtschaftlichkeit verbessern

Das Gesetz will die wirtschaftliche Produktion verbessern, gleichzeitig eine nachhaltige Produktion fördern –, was teilweise widersprüchlich ist. «Für Blumenwiesen sollte es nicht mehr Geld geben, als für eine Hektare Weizen», betont Stefan Moser.

Er gehört zu jenen jungen Bauern, die qualitativ hochstehende Lebensmittel produzieren und damit ihr Einkommen verdienen wollen. Im Familienbetrieb Stefan Moser mit Ehefrau Margrit, Vater Ernst und notfalls mit Mutter Dorli könnten auch 30 Hektaren ohne Personalaufstockung bewältigt werden.

«Einzig der Maschinenpark müsste angepasst oder vergrössert werden», meint Moser. Weil von den acht Höfen der Melioration nur vier in der Nähe sind, sieht er Probleme bei der Verteilung –, weil sich die Landfläche nicht vergrössern lässt.

Vorschriften und Kontrollen

Was viele Konsumenten nicht wissen, ist für die Bauern alltägliches Brot: Grundbedingung für die Direktzahlungen sind sieben Prozent extensiv bewirtschaftete Fläche. Diese darf man entweder erst ab Mitte Juni mähen oder als Ökoweide für die Rinder nur vorsichtig belegen.

Aus Sicht von Stefan Moser wird der ökologische Aufwand derzeit eher übertrieben, Würenlos ist auch in einem Pilotprojekt, bei dem es künftig für jeden Stein- und Asthaufen eine separate Prämie gibt. Die Ökogelder bedingen zwangsläufig immer mehr Kontrollen, «der bürokratische Aufwand wird immer grösser, das müssen wir am Abend oder sonntags machen».

Ackerbau, Obst, Direktverkauf

Die Produktion von Lebensmitteln auf dem Birchhof ist vielfältig. Zur Milchwirtschaft und Viehzucht kommt der Ackerbau, mit Weizen, Raps, Gerste, Zuckerrüben sowie Mais zu Futterzwecken.

Äpfel, Birnen und etwas Kirschen werden fast alle im Direktverkauf vermarktet, dazu auch Süssmost, Fleisch und selbst Alpkäse vom Glarnerland. Landwirt Moser ortet Widersprüche der Gesellschaft; der Wunsch nach einheimischen Produkten steige, die Toleranz gegenüber den Bauern nehme ab.