Avenir Suisse

Der ehemalige Aargauer Staatsschreiber hat die Zürcher Seele verletzt

Der ehemalige Aargauer Staatsschreiber Peter Grünenfelder hat den Zürcher Stolz verletzt – davon zeugen die giftigen Reaktionen.

Der ehemalige Aargauer Staatsschreiber Peter Grünenfelder hat den Zürcher Stolz verletzt – davon zeugen die giftigen Reaktionen.

Den stolzen Kanton Zürich greift man nicht ungestraft an. Als Avenir-Suisse-Präsident und ehemaliger Aargauer Staatsschreiber hat Peter Grünenfelder heftige Gegenreaktionen ausgelöst.

Der Kanton Aargau sei auf dem Weg zu einem Hightech-Kanton, dem Kanton Zürich hingegen fehle «der Hunger nach mehr». Mit dieser Aussage in einem Artikel der NZZ beging der frühere Aargauer Staatsschreiber und heutige Präsident des Think-Tanks Avenir Suisse quasi Majestätsbeleidigung. Auf jeden Fall war das Zürcher Selbstbewusstsein herausgefordert.

Der Zürcher SVP-Kantonsrat Roger Liebi äzte: «Ideen zur Förderung der Wirtschaft kämen besser an, wenn sie von jemandem stammten, der selber schon mindestens einmal einen Bleistift verkauft hat.»

Auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums war man von Grünenfelders Aussage nicht angetan. SP-Kantonsrätin Rosmarie Joss erinnerte schnippisch daran, dass der Kanton Zürich im interkantonalen Finanzausgleich ein Geberkanton sei, der Aargau hingegen jährlich 225 Millionen Franken erhalte. 

Die Grüne Fraktionschefin im Kantonsrat, Esther Guyer, erwartet von einem Avenir-Suisse-Chef, dass er über den Tellerrand des Aargaus hinausblicken kann und sich nicht auf Kosten Zürichs «bebauchpinsle».

Bei all der Giftelei ging vergessen, dass die Interviewfragen schon ziemlich von oben herab gestellt wurden: 

Beispiel 1: «Wie fühlt man sich im urbanen Zürich-West als ausgedienter Aargauer Spitzenbeamter?»

Beispiel 2: «War Ihr Wechsel also eine Flucht aus dem biederen Rüeblikanton?»

Grünenfelder konterte solch spitze Fragen des NZZ-Journalisten mit der Bemerkung «Es steht mir nicht zu, die Aargauer gegen die Zürcher auszuspielen.»

Und doch sagt er: «Was der Aargau aber anders macht: Die Regierung schaut weit voraus.»

Vergessen geht in der Diskussion auch, dass der 49-jährige Grünenfelder – übrigens FDP-Mitglied – selbst Zürcher ist und bereits für den Kanton Zürich gearbeitet hat. 1997 wurde er Chef der Zürcher Verwaltungsreformen.

Meistgesehen

Artboard 1