Asyl

Blocher, Mörgeli und Köppel in Aarau – Juso plant Mahnwache

Die Aargauer Jusos kontern Andreas Glarners Wahlplakat mit einer eigenen Kreation.

Die Aargauer Jusos kontern Andreas Glarners Wahlplakat mit einer eigenen Kreation.

Die SVP lädt am Mittwochabend unter dem Titel «Stopp dem Asylchaos» zur Podiumsdiskussion nach Aarau. Aargauer SVPler treten aber keine auf. Der Juso Aargau passt das nicht. Sie ruft daher zur gleichzeitigen Mahnwache gegen Flüchtlingshetze auf.

Die SVP verlangt im Grossen Rat, dass das Aargauer Parlament den Bund zur Einführung von Grenz- und Personenkontrollen auffordert. Damit wolle man das Asyl- und Migrationschaos in den Griff bekommen, sagt SVP-Aargau-Präsident Thomas Burgherr.

Dieses Schlagwort steht auch am Mittwochabend im Zentrum einer SVP-Veranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum Aarau (KuK). Dort treffen sich um 20 Uhr alt Bundesrat Christoph Blocher, Nationalrat Christoph Mörgeli und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel zur Podiumsdiskussion unter dem Titel «Stopp dem Asylchaos».

Historiker Mörgeli referiert über das Wesen der Schweizer Asyltradition, Blocher berichtet von seinen Erfahrungen im Bundesrat über eine «wirkungsvolle Asylpolitik» und SVP-Nationalratskandidat Köppel soll mit Blick auf die Schweiz und die illegale Migration die Frage nach dem «wie weiter» beantworten. Gebucht hat den Saal die Robinvest AG aus Männedorf, bei der Christoph Blocher, seine Frau Silvia und Tochter Rahel den Verwaltungsrat bilden.

Doch weshalb treten in Aarau keine einheimischen SVPler auf? Burgherr erklärt: «Das Konzept stammt von Christoph Mörgeli, Christoph Blocher und Roger Köppel, darum wäre es komisch, wenn auch ein Asylpolitiker aus dem Aargau auftreten würde.» Allerdings werde er das Publikum begrüssen und auch Hansjörg Knecht werde ein paar Worte an die Zuhörer richten.

Dabei gäbe es durchaus prominente Asylkritiker in den Reihen der SVP Aargau – erst letzte Woche machte der als Hardliner bekannte Fraktionschef Andreas Glarner mit umstrittenen Plakatsujets national auf sich aufmerksam.

Juso kontert Glarners Wahlplakat

Dies hat die Juso Aargau auf den Plan gerufen: Auf Twitter und Facebook haben die Jungsozialisten ein umgestaltetes Plakat gepostet, das Glarner mit Hitlerschnauz vor einer knapp erkennbaren Hakenkreuz-Fahne zeigt, dazu der Spruch «... sie sind unter uns», der sich auf Glarners Original-Plakat zu IS-Sympathisanten in der Schweiz bezieht.

Juso-Plakat mit Hitler-Schnauz für Glarner

Dieser findet das Juso-Plakat auf den ersten Blick witzig, allerdings sei der Vergleich absolut unhaltbar und falle auf die Jungpartei zurück. «Es ist sehr grob, mich mit einem der schlimmsten Massenmörder des letzten Jahrhunderts zu vergleichen», sagt Glarner.

Mahnwache auf dem Schlossplatz vor dem KuK 

Auch der Auftritt von Mörgeli, Blocher und Köppel in Aarau gefällt den jungen Linken nicht. «Mit dem Anlass verfolgt die SVP das alleinige Ziel, die Hetze gegen Flüchtlinge zu stärken», sagt Juso-Präsidentin Mia Kicki Gujer. Dies wolle ihre Partei auf keinen Fall tolerieren. «Wir müssen uns dem klar entgegenstellen, deshalb setzen wir mit einer friedlichen Mahnwache ein Zeichen.» Schon haben sich 40 Personen auf Facebook für die Mahnwache mit Kerzen angemeldet, die um 19 Uhr auf dem Schlossplatz in Aarau stattfindet.

JUSO Mahnwache Facebook

«Wir wollen keine Konfrontation mit SVP-Sympathisanten, aber wir kämpfen für eine solidarische, verantwortungsvolle, offene Schweiz», sagt Mia Kicki Gujer zur Mahnwache, die unter dem Motto «Refugees welcome» steht.

Die Aargauer Zeitung berichtet über unsere Mahnwache am kommenden Mittwoch. 19:00 Besammlung vor dem Kultur und Kongressgaus in Aarau. #refugeeswelcome

Posted by JUSO Aargau on Dienstag, 15. September 2015

Juso Aargau Mahnwache Facebook

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