Berufsbildung
Bildungsdepartement verweist nach Kritik dieses Schulrektors auf den Bund

Im Bildungsdepartement reagiert man reserviert auf die Kritik des Badener Berufsschulrektors. Rudolf Siegrist befürchtete, dass die Aargauer Berufsbildungssystem den Anschluss an die Zukunft verpasse.

Hans Fahrländer
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Rudolf Siegrist, Rektor der Berufsfachschule Baden BBB, befürchtet, dass das Aargauer Berufsbildungssystem den Anschluss an die Zukunft verpasst.

Rudolf Siegrist, Rektor der Berufsfachschule Baden BBB, befürchtet, dass das Aargauer Berufsbildungssystem den Anschluss an die Zukunft verpasst.

Sandra Ardizzone

Rudolf Siegrist, Rektor der Berufsfachschule Baden BBB, hat in der az vom 13. April die Befürchtung geäussert, unser Berufsbildungssystem verpasse den Anschluss an die Zukunft. Kummer habe er vor allem, weil das Berufsschulwesen seit der Einführung des neuen Gesetzes anno 2002 wesentlich in der Kompetenz der Kantone liegt.

Damit habe sich der bürokratische Aufwand verdoppelt. Was sagt man beim Kanton zu den Vorwürfen? Die Antworten stammen von Simone Strub, Leiterin Kommunikation im Bildungsdepartement:

Vorwurf 1: Es ist schwieriger geworden, an Fördermittel für Innovationen heranzukommen.

Strub: «Für die Förderung von Innovationen und die Unterstützung von Leistungen im öffentlichen Interesse ist vorwiegend der Bund zuständig. Die Anträge an den Bund müssen vom Kanton oder von Dritten, zum Beispiel von Berufsverbänden, unterstützt werden. Der Kanton muss sich an den Kosten beteiligen.»

Vorwurf 2: Es geht in der Berufsbildung zu viel um Strukturen und zu wenig um Inhalte.

Strub: «Verändert hat sich vor allem der Finanzierungsmodus, weg von der aufwandorientierten Subventionierung hin zur Pauschalfinanzierung. Die Zuständigkeit für die Inhalte liegt indessen nach wie vor beim Bund und den Berufsverbänden. Die einzelnen Bildungsverordnungen werden vom Bund erlassen und von den Kantonen umgesetzt.»

Vorwurf 3: Es wird zu wenig in die Ausbildung der Lehrmeister und Ausbildner investiert.

Strub: «Es gibt dazu bundesrechtliche Vorschriften und Richtlinien der schweizerischen Berufsbildungsämter. Der Kanton macht darüber hinaus keine weiteren Auflagen. Er unterstützt Weiterbildungen, welche die erwähnten Auflagen erfüllen.»

Abschliessend betont Simone Strub: «Wir können keine grosse Veränderungen punkto Innovationsbereitschaft der Berufsschulen feststellen. Viele sind nach wie vor aktiv und innovativ.»

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