Autobahn

Auch die FDP will dringend sechs Spuren auf der A1

Fertigstellung der A1 Lenzburg Birrfeld und des Buenztalviadukts (7.11.2013 )

Fertigstellung der A1 Lenzburg Birrfeld und des Buenztalviadukts (7.11.2013 )

Eine Standesinitiative der FDP soll in Bundesbern Druck machen, um den Engpass zwischen Aarau-Ost und dem Birrfeld zehn Jahre früher zu entschärfen. Sie verweist darauf, dass sich der Verkehr auf den Autobahnen seit 1990 verdoppelt hat.

Die Verkehrsdirektoren Stephan Attiger (Aargau) und Ernst Stocker (Zürich) forderten letzten Freitag vom Bund, den Engpass auf der A1 zwischen Birrfeld und Aarau-Ost bis 2030 zu entschärfen und dort auf sechs Spuren auszubauen. Das will auch der Bund, allerdings erst bis 2040.

Die az weiss: Die FDP-Fraktion des Grossen Rates will dieser Forderung mit einer Aargauer Standesinitiative Nachachtung verschaffen. Den Vorstoss reicht sie in der heutigen Grossratssitzung (Dienstag) ein. Sie verweist darauf, dass sich der Verkehr auf den Autobahnen seit 1990 verdoppelt hat und er weiter zunehmen wird. An der Zählstelle Neuenhof wird mit durchschnittlich 125 000 Fahrzeugen täglich nach Wallisellen und Muttenz das dritthöchste Verkehrsaufkommen registriert.

Es sei unverständlich, so die FDP, «dass die Engpassbeseitigung im Aargau trotz offensichtlichem Handlungsbedarf nicht höchste Priorität hat und ins dritte Modul zurückgestuft wurde». Die Fraktion will daher den Bund auffordern, diese Zurückstufung rückgängig zu machen. «Mit höchster Priorität soll die A1 im Aargau durchgehend auf sechs Spuren ausgebaut werden.»

Beschluss noch vor Sommerferien?

Fraktionschef Daniel Heller hofft, dass der Grosse Rat einen Beschluss noch vor den Sommerferien fasst. Das müsste dann also in der Sitzung vom 1. Juli geschehen. Wenn der Rat es so sieht die FDP, kann die zuständige Kommission im August/September einen konkreten Vorschlag ausarbeiten. Hellers Ziel ist, die Standesinitiative vor der September-Session der Eidgenössischen Räte in Bern einzureichen. Für ihn ist unverständlich, warum Verkehrsministerin Doris Leuthard als Überbrückungslösung im Aargau nicht längst auf die Pannenstreifen setzt. Heller: «Da wäre man etwa in einem Jahr bereit. So könnte man die Zeit bis zur dringenden Sechsspurigkeit überbrücken.»

Laut Fraktionschef Andreas Glarner unterstützt die SVP die Forderung «auf alle Fälle». CVP-Fraktionschef Peter Voser will sie erst in der Fraktion besprechen, könnte sich eine Unterstützung aber vorstellen.

TCS klar für, VCS gegen Ausbau

Klare Unterstützung gibt es von TCS-Aargau-Präsident Thierry Burkart. Die Kapazitätserweiterung einer der meistbefahrenen Strassen sei notwendig, zumal sie die grössten Ballungszentren verbindet. Burkart: «Je mehr Stau, desto mehr Ausweichverkehr auf Kantons- und Gemeindestrassen. Das ist nicht im Interesse des Aargaus.» Keinerlei Unterstützung ist vom VCS Aargau zu erwarten, der via Communiqué die Sechsspur-Forderung ablehnt. Statt «ungebremstem Strassenausbau» sei das Verkehrswachstum mit vernünftiger Raumplanung und Kostenwahrheit zu begrenzen, fordert Präsident Jürg Caflisch.

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