Wettingen

Arzt aus der geschlossenen Psychiatrie-Abteilung in Königsfelden entlassen – Strafverfahren läuft weiter

Der Arzt befindet sich nicht mehr in der geschlossenen Abteilung.

Der Arzt befindet sich nicht mehr in der geschlossenen Abteilung.

Das Strafverfahren wegen Drohung gegen den 58-jährigen Mann läuft weiter, einen Haftantrag stellt die Staatsanwaltschaft aber nicht. Derweil spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Landammann Markus Dieth und der «Weltwoche» zu: Dieth prüft rechtliche Schritte, der Autor des «Weltwoche"-Artikels hält an seiner Darstellung fest.

Der 58-jährige Wettinger Arzt, der am Karsamstag von der Polizei festgenommen und später in die geschlossene Abteilung in Königsfelden eingewiesen wurde, hat die Psychiatrie nach eigenen Angaben wieder verlassen. «Ich werde um 16:00 Uhr entlassen in die ambulante psychiatrische Betreuung», schrieb der Mann am Freitagnachmittag auf Twitter.

Zuvor hatte der Arzt angekündigt, er werde sich per Beschwerde beim Verwaltungsgericht gegen die fürsorgerische Unterbringung wehren. Nun hat das Gericht seine Beschwerde offenbar gutgeheissen – eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht. Nicole Payllier, die Sprecherin der Aargauer Gerichte, teilt mit: «Verfahren des Erwachsenenschutzrechts sind von Gesetzes wegen nicht öffentlich. Deshalb sind seitens des Gerichts keine Auskünfte möglich.»

Das Strafverfahren gegen den Arzt läuft weiter, wie Alex Dutler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagt. Ermittelt wird wegen Drohung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte. Einen Haftantrag gibt es nicht, die Voraussetzungen für Untersuchungshaft seien nicht gegeben, begründet Dutler.

Dieth prüft rechtliche Schritte gegen "Weltwoche"

Derweil prüft Regierungsrat Markus Dieth rechtliche Schritte gegen die «Weltwoche», wie «20 Minuten» berichtet. Die Wochenzeitung hatte geschrieben, Dieth habe die Verhaftung des Arztes selber veranlasst. Der Regierungsrat bestritt dies und sagte, er habe der Polizei nur den Kontakt eines Informanten weitergegeben. Alex Baur, Autor des «Weltwoche»-Artikels, hält an seiner Darstellung fest. Dieth wolle mit dem Statement seine Beteiligung minimieren, er habe aber eine aktive Rolle im Verhaftungsprozess gespielt, sagt Baur gegenüber «20 Minuten».

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