Todesfall
Alice Schaufelberger war die älteste Schweizerin – jetzt ist die Aargauerin im Alter von 112 Jahren verstorben

In der Grünhalde in Zürich Seebach ist Alice Schaufelberger am Montag vor einer Woche mit 112 Jahren und 295 Tagen gestorben. Die älteste Schweizerin hatte ihre Wurzeln im Kanton Aargau.

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Alice Schaufelberger an ihrem 111. Geburtstag mit einer Ausgabe der «Aargauer Zeitung». Die älteste Schweizerin ist im Aargau aufgewachsen.

Alice Schaufelberger an ihrem 111. Geburtstag mit einer Ausgabe der «Aargauer Zeitung». Die älteste Schweizerin ist im Aargau aufgewachsen.

Samuel Schumacher

Im Jahr 1908 wird ein Zweijähriger zum chinesischen Kaiser gekrönt, die weltweit erste Luftseilbahn für den Personenverkehr in Betrieb genommen – und Alice Schaufelberger in Reitnau geboren.

Bis sie 18 Jahre alt war, lebte sie im Suhrental. Nachdem der Vater gestorben war, fand ihre Schwester eine Lehrstelle für sie in Zürich. Es folgte der Umzug. "Das hat mir gefallen", sagte Schaufelberger 2018 zum Regionalsender Tele M1. In Zürich besuchte sie die Gewerbeschule. Sie sei eine gute Schülerin gewesen, obwohl sie vom Land war.

Heute Freitag vermeldet nun der Tagesanzeiger, dass Alice Schaufelberger am Montag vor einer Woche verstorben ist. Seit 2017 die nur einen Tag ältere Frieda Binz starb, war Alice Schaufelberger die älteste Schweizerin.

Viel lesen und Schokolade essen

Schaufelberger las viel und ass gerne Schokolade. Die Geschäftsführerin eines Heims, Iris Ritte, beschrieb Schaufelberger damals so: "Sie ist so zufrieden, hilft mit, unterstützt und hat immer ein gutes Wort für die Mitarbeitenden. Ich hoffe, dass sie noch lange bei uns ist."

Hinter dem hohen Alter der gebürtigen Aargauerin steckte kein Geheimrezept, wie sie selbst sagte: "Ich habe kein Geheimnis. Wir sind arm aufgewachsen. Ich habe gelernt, zu arbeiten." Sie war Verkäuferin. Der Beruf habe ihr gefallen, sagt sie.

Schaufelberger verlor ihren Mann früh und blieb kinderlos. Für junge Menschen hatte sie einen Ratschlag für das Leben parat: "(Sie sollen) einen Beruf lernen, der ihnen gefällt." (mwa/kob)

Dieser Text erschien in leicht anderer Version bereits 2018.