Beznau

AKW-Geschäftsführer: Aktivisten deckten keine Sicherheitslücken auf

Stephan Döhler nahm Stellung zu vermeintlichen Lücken im Sicherheitskonzept.

Stephan Döhler nahm Stellung zu vermeintlichen Lücken im Sicherheitskonzept.

Stephan Döhler, Geschäftsführer des AKW Beznau, versichert, dass die Greenpeace-Aktivisten chancenlos gewesen wären, in einen sicherheitsrelevanten Bereich zu kommen. Und: Greenpeace war erst vor einigen Wochen offiziell zu Besuch.

Man wunderte sich: Scheinbar mühelos und unbehindert schafften es am Mittwochmorgen gleich mehrere Dutzend Greenpeace-Aktivisten auf das Gelände des Atomkraftwerks Beznau – besteht da nicht eine Sicherheitslücke? Mitnichten, versichert Stephan Döhler, Geschäftsführer des Atomkraftwerks. Natürlich war er nicht gerade erbaut über den ungebetenen Besuch, aber während der Aktion sei alles genau so gelaufen, wie es in einem solchen Fall laufen muss.

Döhler war an diesem Tag selber bereits sehr früh im Werk und hat den ganzen Verlauf der Aktion aus nächster Nähe miterlebt. Für die werkeigene Betriebswache gelte in einem solchen Fall das gleiche Prinzip wie für die Polizei bei einer Demo: Nicht die Konfrontation suchen, sondern deeskalierend wirken, die Situation beobachten.

Zaun ist keine Festung

Sobald die Polizei vor Ort ist, hat sowieso sie das Kommando. Sollte es aber bei einer Aktion wie der am Mittwoch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen, wären auch die Mitglieder der rund 60 Personen starken Betriebswache durchaus in der Lage einzugreifen: Sie sind an der Polizeischule Hitzkirch ausgebildet worden, bewaffnet und berechtigt, Personen vorläufig festzunehmen.

Dass die Greenpeace-Aktivisten über den Zaun auf das Kraftwerk-Gelände gelangten, deute nicht etwa auf eine Sicherheitslücke hin, so Döhler. Die Umzäunung soll natürlich das unbefugte Betreten des Geländes erschweren, aber sie hat nicht wirklich die Funktion, Eindringlinge aufzuhalten. Macht sich jemand am Zaun zu schaffen, löst das Alarm aus und das Sicherungsdispositiv wird aktiviert.

Greenpeace-Aktivisten stürmen AKW-Beznau

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Zu keiner Zeit habe am Mittwoch die Gefahr bestanden, dass jemand in einen sicherheitsrelevanten Bereich der Anlage hätte gelangen können, so Döhler. Dass es Unbefugte bis in so einen Bereich schaffen könnten, ist nahezu unmöglich. Über Details gibt es natürlich keine Auskunft, nur so viel: Schon um aus dem allgemein zugänglichen Eingangsbereich gewaltsam eine Tür weiter zu kommen, würde ein Sturmgewehr nicht ausreichen. Und dann wäre man noch längstens nicht da, wo der reibungslose Betrieb der Anlage gefährdet werden könnte.

Ein strenges Sicherheitsregime gilt auch für das Personal: Wer auf dem Areal des Atomkraftwerks arbeitet, auch wenn es nicht im Innersten der Anlage ist, wird einer Personen-Sicherheitsprüfung nach den Vorgaben des Bundes unterzogen. Das gilt auch für Angestellte von externen Firmen, die Aufträge für das Atomkraftwerk ausführen.

Was auch Geschäftsführer Döhler an der Aktion vom Mittwoch etwas überrascht hat, ist deren Dimension. Vor einigen Wochen habe man noch Vertreter von Greenpeace im Werk zu Besuch gehabt und mit ihnen ganz sachlich diskutiert.

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