Selten gibt es für eine Regierungsbotschaft so gute Noten von der SVP wie hier. Sie begrüsst die Schulpflege-Vorlage aus dem Hause von SVP-Regierungsrat Alex Hürzeler. Dadurch würden die Kompetenzen klar zugeteilt, Strukturen verschlankt, Doppelspurigkeiten beseitigt, lobt die SVP. Kritisch steht sie hingegen dem Verpflichtungskredit zur Erhöhung der Schulleiterpensen gegenüber. Die Neuorganisation sollte auch bei den Schulleitungen zu Effizienzgewinnen führen und allfällige Mehraufwände kompensieren, verlangt die Partei.

Grundsätzlich Ja sagt auch die SP. Der Wegfall der Schulpflege biete die Chance, die Schulführung vor Ort zu vereinfachen, lobt auch sie. Bezüglich Schulleitungen sieht sie es aber umgekehrt wie die SVP. Diese brauchten zwingend mehr Ressourcen, so die SP. Die durchschnittliche Pensenerhöhung um zehn Prozent reiche nicht.

Aargauer Regierung will Schulpflege abschaffen

Aargauer Regierung will Schulpflege abschaffen

Per Ende 2021 sollen die Aufgaben der Schulpflege auf den jeweiligen Gemeinderat übertragen werden. Der höchste Schulpfleger des Kantons fürchtet nun um die Demokratie.

Grünes Licht signalisiert auch die FDP. Die Schulpflege-Abschaffung sei «eine überfällige Konsequenz der Einführung von Schulleitungen im Jahre 2003». Damit werde endlich die strategische und finanzielle Führung der Schulen vor Ort zusammengeführt. Die Erhöhung der Schulleitungs-Pensen will die FDP kritisch prüfen. Enttäuscht ist sie, dass ihre Forderung für ein Zusammenführen von Erziehungsrat und Berufsbildungskommission nicht aufgenommen wurde.

Die CVP begrüsst «die längst fällige Erhöhung der Schulleitungspensen, die Vereinfachung der Prozesse und die Reduzierung einer Hierarchieebene». Damit könne man verschiedene Schnittstellenprobleme beseitigen. Die CVP befürchtet aber, dass finanzielle und parteipolitische Interessen im Gemeinderat eine höhere Gewichtung erhalten als bildungspolitische.

Mit Befriedigung nimmt die EVP die Vorschläge entgegen. Sie hofft «auf ein Ende der Doppelspurigkeiten, welche die Schule in den letzten Jahren schwerfällig machten». Die Delegation von Aufgabenpaketen an die Schulleitung oder eine gemeinderätliche Kommission sei sinnvoll, die Erhöhung der Schulleitungspensen überfällig.

Die BDP begrüsst die Aufteilung in zwei Vorlagen. Sie sagt ja zur Pensenerhöhung bei den Schulleitungen, ist jedoch enttäuscht, dass der Bereich bezüglich Führungsstrukturen ohne Änderungen daherkommt. Sie «hofft auf eine andere Meinung des Volkes» an der Urne.

Der Vorstand des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Kanton Aargau unterstützt die beiden Vorlagen, ebenso, dass diese getrennt vorgelegt werden. Mit den aktuellen und zukünftigen Reformvorhaben werde die Arbeitszeit der Schulleitungen nochmals zunehmen, sodass die vom Regierungsrat vorgesehene Erhöhung der Pensen um durchschnittlich zehn Prozent dringend nötig sei.

Grundsätzlich als sinnvoll erachtet der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) die Abschaffung der Schulpflegen. Er fordert jedoch eine kantonale Regelung der Aufgabendelegation vom Gemeinderat an die Schulleitung. Eine abschliessende Delegation personalrechtlicher Entscheide an die Schulleitung lehnt der alv dezidiert ab.