Wein
Aargauer Winzer leiden unter dem Spätfrost: Sie verlieren rund einen Viertel ihrer Ernte

Die andauernden Regenfälle in vielen Gebieten der Schweiz drücken auch ordentlich auf die Temperaturen. Diese belasten vor allem die vielen Winzer in der Region, denn die Kälte ist Gift für ihre Trauben – alleine im Kanton Aargau sind 25 Prozent der Ernte verloren.

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Besonders schwer getroffen hat die Kälte Bruno Hartmann aus der Gemeinde Remigen im Bezirk Brugg. Auf manchen seiner Rebberge hat der Winzer bis zu 80 Prozent seiner Ernte verloren. Gesamthaft bedeutet das für ihn dieses Jahr rund 50 Prozent weniger Trauben.

«Für uns bedeutet das zirka 800'000 Franken, die fehlen, um die entstandenen Kosten zu decken», erklärt Bruno Hartmann gegenüber dem Regionalsender Tele M1.

Schuld an der Misere ist der Spätfrost vom Mai. Eigentlich treiben die jungen Reben ab Mitte April erstmals aus. Setzt ihnen allerdings, wie dieses Jahr, die Kälte zu, erfrieren die jungen Triebe.

Auch Peter Rey, Rebbaukommissär des Kantons Aargau bestätigt, dass der Spätfrost dieses Jahr besonders hart war. «Den letzten hatten wir über Ostern 1981», so Rey. «Dieser war aber nicht so schlimm, wie den, den wir dieses Jahr erlebten.»

Bruno Hartmann ist nicht der einzige Winzer, der einen Grossteil seiner Traubenernte in den Wind schreiben muss. Der Spätfrost hat einen Viertel der üblichen Ernte Aargauer Winzer – rund 2,5 Millionen Kilogramm oder 500'000 Flaschen Wein – vernichtet. Ein Schaden von rund sechs Millionen Franken.

Eine weitere böse Überraschung dürften die Winzer im Kanton nächste Saison erleben. Denn: Wenn die Reben wegen des schlechten Starts zu wenige Blätter bilden können, speichern sie auch nur wenig Nährstoffe.

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