Bundesgericht

Aargauer Hochstapler muss hinter Gitter – er legte Partner mit falscher Medizin-Erfindung rein

Hochstapler: Investition für eine medizinische Innovation erschlichen, die es gar nicht gab. (Symbolbild)

Hochstapler: Investition für eine medizinische Innovation erschlichen, die es gar nicht gab. (Symbolbild)

Ein Geschäftsmann aus dem Freiamt täuschte gegenüber einem Geldgeber mit falschen Dokumenten vor, über ein grosses Vermögen und über eine Medizinalprodukt mit hohem Marktpotential zu verfügen. Jetzt muss der Hochstapler ein Jahr ins Gefängnis.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Dezember 2010. Damals gründeten zwei Personen eine Aktiengesellschaft für Investment und für das Verwalten von Lizenzen. Der eine Partner war in Wirklichkeit hoch verschuldet, hatte aber seinem solventen Bekannten vorgetäuscht, er verfüge über ein grosses Vermögen und über ein beim Patentamt angemeldetes Medizinalprodukt – ein künstlicher Miniskus – mit hohem Marktpotential.

Zudem gaukelte der Hochstapler seinem Partner vor, sein Vermögen in Millionenhöhe sei in die USA wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung blockiert. Auf diese Weise gelang es dem Hochstapler, dass der Partner das gesamte Aktienkapital für die Gründung der neuen Firma in der Höhe von 50 000 Franken einbezahlte.

Hochstapler zeigte Geldgeber an

Später gerieten sich der Geldgeber und der Hochstapler in die Haare. Letzterer beschuldigte seinen Partner der mehrfachen Nötigung, der Veruntreuung, der mehrfachen Drohung, der Verleumdung und weiterer Delikte und zeigte ihn bei der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten an. Diese hielt die Vorwürfe für unbegründet und nahm die Strafuntersuchung gegen den Geldgeber nicht an die Hand.

Anders beim Hochstapler: Das Bezirksgericht Laufenburg erklärte diesen im September 2014 im Zusammenhang mit der Firmengründung des Betrugs, der Urkundenfälschung und – wegen des Verfahrens in Muri-Bremgarten - der falschen Anschuldigung schuldig. Es verurteilte den Hochstapler zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr.

Eine Beschwerde des Verurteilten beim Aargauer Obergericht blieb ebenso erfolglos wie der Gang ans Bundesgericht in Lausanne. Der Mann muss nun wegen seinen Handlungen für ein Jahr hinter Gitter. Sowohl seine Einwände gegen die Verurteilung wegen Betrugs und Urkundenfälschung als auch die Behauptung, er hätte keine falsche Anschuldigung vorgenommen, liessen die Bundesrichter nicht gelten. Insbesondere verwarf das Bundesgericht auch die Behauptung, die Aargauer Justiz hätte willkürlich geurteilt und den Sachverhalt nicht korrekt abgeklärt.

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