Wenn der Aargau am 20. Oktober seine neue, 16-köpfige Vertretung im Nationalrat wählt, fiebern dem Ergebnis auch mindestens zehn Fricktaler entgegen – all jene, die auf einer der Listen stehen. Mindestens zehn sind es, weil noch nicht alle Parteien ihre Kandidaten gekürt haben. Von den grossen Parteien fehlt noch die CVP, die ihre Nomination am 14. März vornimmt. Die Bezirkspartei Laufenburg schickt da Grossrat Werner Müller ins Rennen um einen der 16 Listenplätze, die Bezirkspartei Rheinfelden wird morgen Mittwoch bestimmen, wen sie zuhanden der Kantonalpartei vorschlägt. Vermutlich wird es eine Frau und ein Mann sein, wie Bezirksparteipräsident Alfons P. Kaufmann jüngst durchblicken liess.

Mindestens zehn sind es aber auch, weil sich SVP-Nationalrat Maximilian Reimann noch bedeckt hält, ob er im Herbst nochmals antritt oder nicht. Auf der SVP-Liste steht der 76-Jährige zwar nicht, aber der Gipf-Oberfricker liebäugelt damit, eine Seniorenliste auf die Beine zu stellen. Damit will er sicherstellen, dass auch künftig die Rentner als Bevölkerungsgruppe im Parlament vertreten sind. Alle Anzeichen deuten derzeit darauf hin, dass Reimann nochmals zu den Wahlen antritt. Es wäre seine neunte Legislatur; Reimann sitzt seit 1987 ununterbrochen im Parlament, 16 Jahre davon im Ständerat.

Die AZ inkludiert Reimann deshalb ebenso ins Kandidatenfeld wie Müller und beantwortet neun Fragen zu den bisher bekannten 12 Kandidierenden.

  • Die Genderfrage: Die Männer dominieren doch recht deutlich. Den fünf Kandidatinnen stehen sieben Männer gegenüber. Der Frauenanteil liegt damit bei 41,7 Prozent. Damit liegt er aber doch fast 10,5 Prozent höher als der Frauenanteil der aktuellen Aargauer Nationalratsvertretung.
  • Die Altersfrage: Der Altersdurchschnitt der Fricktaler Kandidierenden liegt bei 47,6 Jahren. Der jüngste Kandidat ist mit 26 Jahren Rolf Schmid (SP, Mettauertal). Der älteste Maximilian Reimann. Er ist 17 Jahre älter als der zweitälteste Kandidat: Werner Müller, 59. Der Altersdurchschnitt der Frauen liegt bei 48,6 Jahren, jener der Männer bei 46,9 Jahren.
  • Die Bezirksfrage: Hier herrscht aktuell eine Patt-Situation: Sechs der Kandidierenden kommen aus dem oberen, sechs aus dem unteren Fricktal – immer vorausgesetzt, Müller und Reimann stehen auf einer Liste. Da die CVP wohl mindestens einen Vertreter auf die Liste hieven kann, wird das untere Fricktal leicht stärker vertreten sein.
  • Die Ortsfrage: Die grösste Gemeinde, Rheinfelden, stellt auch die meisten Kandidaten: deren drei. Allenfalls sogar vier, sollte die CVP eine Rheinfelderin portieren. Je zwei Kandidaten kommen aus Möhlin und Wittnau, je einer aus Gipf-Oberfrick, Magden, Mettauertal, Münchwilen und Zeihen.
  • Die Parteifrage: Tritt Reimann an, bewerben sich 3 SVP-Vertreter aus dem Fricktal für einen der 16 Sitze. FDP, SP, Grüne und GLP haben je zwei Fricktaler ins Kandidatenfeld gehievt, die CVP wird voraussichtlich ebenfalls zwei Fricktaler auf die Liste setzen.
  • Die Schon-einmal-Frage: Vier Kandidaten erleben eine Art Flashback: Sie figurierten bereits vor vier Jahren auf einer Nationalratsliste. Sie kamen damals auf 6731 (Andres Fischer) bis 80 557 Stimmen (Reimann).
  • Die Grossratsfrage: 5 der 12 Kandidaten sitzen aktuell im Grossen Rat, gar 9 der Namen fand man 2016 auf einer der Grossratslisten.
  • Die Gemeinderatsfrage: Drei der Kandidierenden – Carole Binder-Meury, Bruno Tüscher und Gertrud Häseli – sitzen in ihrer Wohngemeinde im Gemeinderat. Mit Tüscher kandidiert auch ein Gemeindeammann für den Nationalrat.
  • Die Berufsfrage: Das Berufsspektrum ist so breit wie das Kandidatenfeld. Es reicht vom Kaufmann über die Lehrerin und den Unternehmer bis hin zum Archäologen und Juristen.