Als der Kanton im September die 179 Aargauer Jagdreviere neu verpachtete, erhielt die Jagdgesellschaft Stutz keinen Vertrag. Als Begründung hiess es vonseiten des zuständigen Departements, die Jäger hätten in ihrem bisherigen Revier Wil im Mettauertal zu wenig Rehe und Wildschweine geschossen. Das Revier wurde neu ausgeschrieben. Nun lief die Frist für Bewerber ab. Es seien mehrere Bewerbungen eingegangen, sagt Alain Morier, Leiter der Abteilung Wald des Kantons. Zur genauen Anzahl will er mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben machen.

Die AZ weiss: Es sind mindestens zwei Bewerbungen. Beide aus dem Mettauertal und von – zumindest teilweise – Mitgliedern der Jagdgesellschaft Stutz. «Die Jagdgesellschaft wurde zwar nicht aufgelöst, ist aber nicht mehr in der bisherigen Form aktiv», sagt deren Obmann Urs Ipser. Stattdessen haben sich zwei neue Vereinigungen gebildet, die sich beide für die Pacht beworben haben.

Zwei Bewerber aus dem Tal

Urs Ipser steht hinter einer der beiden neuen Bewerbungen. Gemeinsam mit drei anderen Mitgliedern der Jagdgesellschaft Stutz hat er vor knapp drei Wochen den Jagdverein Mettauertal gegründet. Im Verein dabei seien Mitglieder anderer Jagdgesellschaften aus der Umgebung sowie einige Neumitglieder, wie Ipser erklärt. «Insgesamt sind wir zehn Personen aller Altersgruppen.»

Die andere Bewerbung stammt ebenfalls von einer neu formierten Gruppierung aus dem Mettauertal. Auch in dieser Gruppierung sind Mitglieder der Jagdgesellschaft Stutz dabei, aber auch andere Jäger. Zu den Details wolle man derzeit keine Auskunft geben, sagt ein Mitglied der Vereinigung. Der Jäger möchte ausserdem namentlich nicht genannt werden.

Urs Ipser hingegen gibt einen Einblick in die Pläne des neuen Vereins. «Wir haben genau analysiert, was in den letzten Jahren nicht gut gelaufen ist», sagt er. So habe man sich unter anderem mit den Landwirten, die im Jagdrevier tätig sind, zusammengesetzt und ausgesprochen. Die Landwirte hatten sich in der Vergangenheit über die grossen Wildschäden beklagt. «Gemeinsam haben wir nun ein Konzept ausgearbeitet, von dem wir überzeugt sind, dass es ein guter Weg ist», sagt Ipser.

Im Vergleich mit der Jagdgesellschaft Stutz zähle der neu gegründete Jagdverein Mettauertal ausserdem mehr Mitglieder und sei «massiv verjüngt» worden. «So sind in Zukunft mehr Einsätze möglich», sagt Ipser. All das stimmt ihn zuversichtlich für die anstehende Vergabe des Jagdreviers. «Natürlich wissen wir, dass auch eine andere Bewerbung den Zuschlag erhalten kann. Aber wir haben unsere Aufgaben gemacht.»

Entscheid im nächsten Jahr

Der Kanton wird als nächsten Schritt eine Einschätzung der Gemeinde zu allen Bewerbungen einholen. Deckt sich diese mit der Einschätzung des Kantons, so erhält diejenige Vereinigung den Zuschlag. Gibt es Differenzen zwischen Gemeinde und Kanton, so entscheidet der Regierungsrat. Massgebende Kriterien sind die bisherige Jagdausübung, die Verbundenheit der Gesellschaft mit dem Revier sowie die Altersstruktur. Alain Morier geht davon aus, dass der Entscheid Anfang kommendes Jahr fallen wird.