Die Erleichterung ist Doris Müller anzuhören. So schlimm, wie sie es sich als «Worst Case»-Szenario ausgemalt hatte, ist es nicht gekommen. Die Schupfart Festival-Chefin hatte letzte Woche vor der schwierigen Verkehrssituation rund um das Festival-Gelände gewarnt. Sowohl in Schupfart als auch in Wegenstetten liegen Baustellen mit Lichtsignalanlage. Müller empfahl daher eine frühzeitige Anreise, um lange Rückstaus zu vermeiden und bat die Besucher, nach Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Auch beim Kanton waren die Organisatoren und die Gemeinde vorstellig geworden. Dieser überlege sich bei Grossveranstaltungen, nach Möglichkeit das Rotlicht zu entfernen oder die Baustelle teilweise abzuräumen, sagt Fabian Gasser, Projektleiter beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt. «Aufgrund des Baufortschritts war das in diesem Fall aber nicht möglich.»

Allerdings sei das Bauprogramm angepasst worden. Statt einer Bauetappe bei der Kreuzung zum Flugplatz wurde eine Etappe in Wegenstetten durchgeführt, um die Kreuzung freizuhalten. Das scheint funktioniert zu haben: Am Tag nach dem Festival kann Doris Müller jedenfalls feststellen: «Es gab kaum längere Wartezeiten und wir haben auch keine Rückmeldungen betreffend der Anfahrt erhalten.»

Weniger Besucher am Festival

10 000 Besucher zählte der Anlass in diesem Jahr – etwas weniger als in den letzten Jahren. 12 000 Besucher kamen 2016 nach Schupfart, im vergangenen Jahr waren es 11 000. «Es wäre schön gewesen, hätten noch ein paar Leute mehr den Weg nach Schupfart gefunden», sagt Müller. Trotzdem zieht die OK-Präsidentin ein positives Fazit zur 36. Ausgabe des Festivals. «Insgesamt war das Wochenende stimmig und ich habe viele zufriedene Gesichter gesehen», sagt Müller.

Die Besucherinnen und Besucher hätten sich auch vom mitunter starken Wind am Samstag und Sonntag die Laune nicht verderben lassen, so Müller. Die Organisatoren und Helfer aber hatten wegen Sturmtief Fabienne alle Hände voll zu tun. «Schon am Freitag und Samstag haben wir im Hintergrund am Notfallkonzept gearbeitet», sagt Müller. Am Sonntag dann wurde das grosse Festzelt zusätzlich gesichert. «Das Konzept hat hervorragend funktioniert. Für die Besucher hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden», sagt Müller. Die Besucher hätten von den Sicherheitsmassnahmen zunächst wohl gar nichts mitbekommen. Nach dem letzten Konzert am Sonntag trat sie dann aber selber auf die Bühne und bat die Besucher gegen 18 Uhr, das Gelände zu verlassen.

Frühzeitiges Ende wegen Sturm

«Uns ist bewusst, dass die Leute wohl gerne noch etwas länger sitzen geblieben wären», sagt Müller. Auf dem Wetterradar habe sich allerdings eine heftige Sturmfront angekündigt, weshalb die Organisatoren entschieden, dem Festival ein vorzeitiges Ende zu setzen. «Es ging darum, gewisse Aufräumarbeiten schon zu erledigen», sagt Müller.

Noch am Sonntagabend bauten die Helfer denn auch alles ab, was vom Wind hätte beschädigt oder weggeweht werden können. So wurden etwa die kleineren Zelte im Eingangsbereich sowie die Werbeblachen abgeräumt. Gestern Montag wurden die Aufräumarbeiten fortgesetzt, am Abend war schon kaum mehr etwas zu sehen vom Schupfart Festival.