Rheinfelden
Wo einst Zahnräder gemacht wurden, sollen nun Wohnungen entstehen

Die Bauten auf dem Grell-Areal mit der ehemaligen Zahnradfabrik werden abgerissen. Die Entwicklung des Areals zwischen Altstadt und Salmenpark hat grosse Bedeutung für Rheinfelden. Nun steht der Sieger des Projektwettbewerbs fest.

Peter Rombach
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Anton Giess (links) und Jury-Chef Stefan Bitterli erläutern das Siegerprojekt zur Überbauung des Areals der ehemaligen Zahnradfabrik. ach

Anton Giess (links) und Jury-Chef Stefan Bitterli erläutern das Siegerprojekt zur Überbauung des Areals der ehemaligen Zahnradfabrik. ach

Neue Wohnungen und Geschäftseinheiten sollen am markanten Punkt zwischen Kantons- und Habich-Dietschy-Strasse entstehen. Eine Investorengruppe um die Rheinfelder Anton Giess AG für Architektur und Immobilien stellte die Resultate eines Planungswettbewerbs vor. Das Projekt ist mit rund 40 Millionen Franken kalkuliert. In der mittlerweile historisch anmutenden Halle der Zahnradfabrik gab es gestern Nachmittag eine spezielle Vernissage mit den Architektenarbeiten.

Keine leichte Entscheidung

Sechs Büros hatten ihre Projektvorschläge eingereicht, für das Preisgericht unter Vorsitz von Stefan Bitterli, einst Zürcher Kantonsbaumeister, keine leichte Prüfungsaufgabe. Das bestätigte denn auch Anton Giess, dessen Unternehmen Ende 2010 das Areal mit dem Ziel gekauft hatte, einen Akzent in der städtebaulichen Erneuerung zu setzen.

Er erinnerte an umfangreiche Untersuchungen hinsichtlich Altlasten, Geologie und Hydrologie. «Mit der Sanierung von Industriebrachen haben wir Erfahrung», bemerkte Giess und nannte das einstige Viscose-Areal, auf dem heute moderne Wohneinheiten stehen, als Erfolgsmodell.

Anschluss an Wärmeverbund ein «Must»

Und dahin soll auch das «Grell-Projekt» führen. Aus dem Wettbewerb ging die Max Dudler Architekten AG aus Zürich als Sieger hervor. Für ihren Entwurf «Urbane Insel» gibt es ein Preisgeld von 40 000 Franken. Dass Optimierungen noch notwendig sind, deutete Anton Giess an. Allein mit Blick auf die Energieversorgung des künftigen Komplexes nannte der den Anschluss an den neuen, derzeit im Bau befindlichen Wärmeverbund als «super Chance».

Frühling 2015 gehts los

Zum Zeitrahmen meinte Giess, dass mit der Baueingabe Anfang Sommer nächsten Jahres gerechnet werden dürfe, im Frühling 2015 könne dann wohl mit dem Abriss der alten Gebäude begonnen werden. Und schon Anfang 2017 liessen sich voraussichtlich die ersten Wohnungen beziehen; etwa 35 seien in den fünf Baukörpern geplant. Für Dienstleistungssektoren oder Gewerbe stünden die Erdgeschosse zur Verfügung.

Von einem «anspruchsvollen Areal» sprach Stefan Bitterli an der Präsentation, zu der auch Stadtammann Franco Mazzi gekommen war. Es liege im «Fadenkreuz» der baulichen Entwicklung zwischen Altstadt und Salmenpark. «Rheinfelden erlebt einen Restrukturierungsprozess, einen Wandel vom Kurort zum Dienstleistungszentrum», meinte Bitterli.

Baustadtrat Oliver Tschudin verwies auf die «Scharnierfunktion» des Areals zwischen Altstadt und Salmen-Überbauung. «Wir sind sehr glücklich über den Wettbewerb, weil sich das Projekt gut in die städtebauliche Zielrichtung des Stadtrats einfügt.» Heute Donnerstag und morgen Freitag erhält die Öffentlichkeit die Chance, jeweils zwischen 15 und 19 Uhr die Ausstellung der Planungsvorschläge zu besuchen und sich über das Projekt informieren zu lassen, am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr. Und dies in der alten Zahnradfabrik.