Fricktal/Zurzibiet

Wieder Personenzüge am Rhein von Koblenz nach Basel? Fricktaler Planungsverband unterstützt die Idee

Künftig könnten wieder Züge von Laufenburg in Richtung Koblenz und Winterthur rollen.

Künftig könnten wieder Züge von Laufenburg in Richtung Koblenz und Winterthur rollen.

Auch Fricktal Regio unterstützt die Idee einer Zugverbindung entlang des Rheins. Der Planungsverband betont die mit der Reaktivierung einhergehende Attraktivitätsteigerung des Fricktals und des Zurzibiets.

Die Idee, die Bahnlinie entlang des Rheins von Laufenburg nach Koblenz wieder für Personenzüge zu öffnen und damit eine schnelle Verbindung zwischen Basel und Winterthur zu schaffen, hat einen weiteren namhaften Unterstützer gefunden.

Nachdem vergangene Woche der Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger im Nationalrat eine entsprechende Anfrage an den Bundesrat einreichte, meldet sich nun auch der Planungsverband Fricktal Regio (Repla) zu Wort.

Dort ist die Idee schon seit knapp einem Jahr ein Thema. «Das Anliegen wurde vermehrt an uns herangetragen, etwa von Behördenmitgliedern aus der Region», sagt Repla-Geschäftsleiterin Judith Arpagaus.

Daraufhin wurde in der Repla-Arbeitsgruppe Öffentlicher Verkehr eine Auslegeordnung dazu erarbeitet. «Das Resultat hat uns darin bestärkt, die Wiedereröffnung der Rheintalstrecke weiter zu verfolgen.»

Hauptargument: Erschliessung

Denn aus Repla-Sicht würde «die Reaktivierung nur Vorteile bringen», wie Arpagaus sagt. Ein Hauptargument dabei ist natürlich die Erschliessung der Region mit dem öffentlichen Verkehr. «Sowohl das Fricktal als auch das Zurzibiet wären besser erschlossen und auch besser miteinander verbunden.»

Die Bahnverbindung Koblenz-Laufenburg wurde zu Beginn der 1990er-Jahre gestrichen. Seither verkehren auf der Strecke nur noch Güterzüge. Die Region ist stattdessen mit dem Bus erschlossen. Aber Arpagaus weist daraufhin, dass von Laufenburg nach Koblenz «lediglich eine stündliche Busverbindung mit Umsteigen und einer Reisezeit von 35 Minuten» bestehe.

Zum Vergleich: Ohne Stau lässt sich dieselbe Strecke mit dem Auto in ungefähr der Hälfte der Zeit zurücklegen. «Dieses Angebot ist wenig attraktiv», sagt deshalb Arpagaus. Komme hinzu, dass die Kapazitäten auf der Strasse bereits heute an ihre Grenzen stiessen. Arpagaus erwähnt dabei die rund 17 000 Fahrzeuge, die täglich durch Laufenburg rollen – und regelmässig einen Stau verursachen.

Langfristige Überlegungen

Arpagaus argumentiert ausserdem mit längerfristigen Überlegungen zur Region. «Der Raum Laufenburg/Kaisten/Sisslerfeld verfügt über rund 100 Hektaren unbebautes Industrieland und somit über ein grosses Entwicklungspotenzial», so Arpagaus. «Damit dieses genutzt werden kann, ist eine gute Verkehrserschliessung – auch mit dem öffentlichen Verkehr – zwingend.»

Ausserdem werde für die kommenden zehn Jahre ein Bevölkerungswachstum von gegen 20 Prozent prognostiziert. «Unternehmen und Bewohner sind auf zuverlässige und sichere Verkehrssysteme angewiesen», sagt Arpagaus. Die Reaktivierung würde die Attraktivität des Fricktals und des Zurzibiets sowohl als Wirtschafts- als auch als Wohnstandort fördern, ist sie überzeugt.

Laufenburg würde ausserdem als regionales Zentrum gestärkt – sollte es als einer der Halte der Züge definiert werden. Denn die Frage, wo die Züge auf der reaktivierten Rheintalstrecke halten würden, sei bisher «noch nicht im Vordergrund» gestanden, so Arpagaus.

Regelmässiger Takt

Konkrete Angaben kann sie auch zum Takt, in welchem der Zug fahren sollte, noch nicht machen. «Bestimmt müsste der Fahrplan aber einen regelmässigen und zuverlässigen Takt aufweisen, damit die Verbindung für die Bevölkerung attraktiv wäre», sagt sie.

Der Verband will das Thema nun vorantreiben – gemeinsam mit dem Planungsverband Zurzibiet Regio. «Wir sind dort auf offene Ohren gestossen», sagt Arpagaus. «Die Anfrage von Thomas Hardegger an den Bundesrat bestätigt uns, dass wir mit unseren Überlegungen auf dem richtigen Weg sind.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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