Eiken

Wer profitiert von den Garderoben?

Auf dem Sportplatz Netzi – links neben dem bestehenden Schopf – kann ein Garderobengebäude mit vier Garderoben gebaut werden. mf.

Auf dem Sportplatz Netzi – links neben dem bestehenden Schopf – kann ein Garderobengebäude mit vier Garderoben gebaut werden. mf.

Während Kritiker von einem Geschenk an den FC sprechen, folgt die Mehrheit dem Antrag des Gemeinderats.

«Was zahlt eigentlich der Fussballklub ans neue Garderobengebäude beim Fussballplatz?» Schon mit der ersten Frage eines Stimmberechtigten wurde klar, dass die Gemeindeversammlung Eiken den Kredit in der Höhe von 725 000 Franken für ein neues Garderobengebäude mit vier Garderoben beim Sportplatz Netzi nicht einfach so durchwinken würde. «Nichts», antwortete der zuständige Gemeinderat und Vizeammann ad interim, Markus Zwahlen. «Denn es ist nicht ein Fussballplatz für den FC, sondern ein Sportplatz, der allen Vereinen und der Bevölkerung zur Verfügung steht.»

Er sollte diesen Satz im Laufe der Diskussion noch mehrfach wiederholen, denn die Kritiker der Vorlage wurden nicht müde, zu betonen, dass fast ausschliesslich der Fussballclub den Platz nütze. «Und nun wird uns hier weisgemacht, es handle sich bei den Garderoben um einen lang gehegten Wunsch der Allgemeinheit», kritisierte eine Votantin. Sie fügte an, man müsse die Finanzen im Blick behalten. «Es kommen auch ohne diese Investition grosse Ausgaben auf die Gemeinde zu.» Sie erhielt Unterstützung von einem weiteren Redner: «Die Gemeinde hat nicht das Geld, um dem FC ein Garderobengebäude zu schenken.»

Markus Zwahlen machte sich weiter für den gemeinderätlichen Antrag stark. Er betonte, ein Benützungs-Vorrang für den Fussballclub sei nirgends definiert und sagte: «Ich weiss, von anderen Vereinen, die den Sportplatz nützen würden, wenn es dort Garderoben hätte.» Zudem konnte er der Versammlung versichern, dass die Subventionen für den Bau des Garderobengebäudes gesichert seien. Eiken rechnet mit Zuschüssen von 250 000 Franken, sodass die Gemeindefinanzen letztlich noch mit 475 000 Franken belastet werden.

In der Abstimmung folgte der Souverän dem Antrag des Gemeinderates. 71 Stimmberechtigte sagten Ja zum neuen Garderobengebäude, 55 stimmten dagegen.

Diskussionen um die Oberstufe

Auch bei der traktandierten Auflösung des Schulverbandes Eiken-Münchwilen-Stein (EMS) waren die Stimmenzähler gefordert. Doch auch hier folgten die Stimmberechtigten letztlich dem Gemeinderat. Mit 79 Ja- gegen 49 Nein-Stimmen genehmigten sie die Auflösung des Verbands und beschlossen, dass die Eiker Oberstufenschüler ab dem Schuljahr 2019/20 in Frick unterrichtet werden.

In der Diskussion hatten zuvor mehrere Redner moniert, dass man in Frick kein Mitspracherecht mehr habe. «Wir dürfen nur zahlen, sonst nichts.» Ein Votant verglich die EMS-Schule mit einer «sympathischen Dorfbank» und die Oberstufe in Frick mit einer «anonymeren Grossbank». Sein Fazit: «Wir sollten es so lange wie möglich so lassen, wie es ist.»

Eltern befürchteten weiter, dass mit dem öV-Abo und den Mittagessen in Frick deutliche Mehrkosten auf sie zukämen. Sie appellierten an den Gemeinderat, die Abo-Kosten zu übernehmen. Dies werde diskutiert, erklärte Markus Zwahlen, ein abschliessender Entscheid sei aber noch nicht gefallen. Auch werde man mit Frick und den anderen Gemeinden ausloten, ob eine andere Organisationsform möglich sei.

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