Staffelbach

Weitere Hinweise auf eine mittelalterliche Festungsanlage

Unmittelbar unterhalb der Humusschicht stiessen die Archäologen bereits auf Mauerreste.

Unmittelbar unterhalb der Humusschicht stiessen die Archäologen bereits auf Mauerreste.

Die Sondiergrabung auf dem «Schlosshübel» in Staffelbach stützt die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchung.

Bis im Sommer 2019 war der «Schlosshübel» in Staffelbach nichts weiter als eine unverdächtige landwirtschaftliche Parzelle mit schöner Sicht ins Land. Doch dann erhielt die Kantonsarchäologie einen Hinweis aus der Bevölkerung: In der Sage vom «Lochluegenjäger» sei von einer Burg auf dem «Schlosshübel» die Rede. Ob die Archäologen nicht mal diese Spur aufnehmen möchten?

Ohne grosse Erwartungen ging die Kantonsarchäologie dem Hinweis nach. Die Erdoberfläche des Hügels wurde gescannt und man erkannte deutlich eine leichte, nicht natürliche Erhebung. Nun wurde die Spurensuche intensiviert. Eine Geoprospektion zeigte eine mutmassliche Ringmauer und die Überreste eines Turms. Da bei der Prospektion geophysikalische Methoden angewendet wurden, musste nicht gegraben werden.

Auf der Suche nach der Burg Staffelbach

Anlässlich des Kulturerbe-Tages vom 18. August 2019 pilgerten zahlreiche Schaulustige zum «Schlosshübel», wo die Archäologen mit Profilstangen und Absperrband die ungefähre Grösse der vermuteten ehemaligen Burg sichtbar gemacht hatten.

Man werde keine grossflächige Ausgrabung vornehmen, sondern sich auf Sondierungen beschränken, sagte damals Georg Matter, Leiter der Kantonsarchäologie. Am 28. Oktober hat die Sondiergrabung auf dem «Schlosshübel» begonnen. Sie dauert noch bis zum 8. November und soll Klarheit über die im Boden vermuteten Reste einer möglichen Burg Staffelbach bringen.

Umfassungsgraben liefert Bestätigung

Wie Manuela Weber, Medienbeauftragte der Kantonsarchäologie, mitteilte, sollen die Sondierungen Informationen zur Struktur, Erhaltung und Datierung der Anlage liefern. Wie Weber weiter erklärte, bestätigen die bisherigen Sondierungen einen mit einer massiven Steinpackung verfüllten Umfassungsgraben von 1–1,5 Meter Tiefe. Dessen Verlauf entspricht dem in den geophysikalischen Prospektionen gefassten, oval-rechteckigen Grundriss.

Eine sichere Datierung der Anlage stehe aber vorderhand noch aus, sagte Weber, da bisher kaum aussagekräftiges Fundmaterial gewonnen werden konnte. Weitere Erkenntnisse erwartet man bei der Kantonsarchäologie im Rahmen der nachfolgenden Auswertung der Sondierungsergebnisse, so etwa durch Probenanalysen oder durch archäologisch/historische Vergleiche. Dann wird man wissen, ob die Staffelbacher Dorfgeschichte ergänzt oder gar umgeschrieben werden muss.

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