Zwei Verletzte

Weihnachtsfeier endet in Davoser Club mit Schlägerei – Fricktaler Geschäftsführerin beschuldigt Security-Personal

Für zwei Mitarbeiter der Firma Gansinger Frei Hausbau endete das Weihnachtsessen in Davos mit Schmerzen. (Symbolbild)

Für zwei Mitarbeiter der Firma Gansinger Frei Hausbau endete das Weihnachtsessen in Davos mit Schmerzen. (Symbolbild)

Ein Fricktaler Unternehmen feiert in Davos, am Ende sind zwei Mitarbeiter verletzt. Wie es in einem Davoser Club so weit kommen konnte, darüber herrscht allerdings Uneinigkeit.

Eigentlich sollte es ein schöner, vorweihnachtlicher Ausflug ins Bündnerland werden. Insgesamt 16 Personen von drei Firmen, darunter der Gansinger Frei Hausbau, hielten ihr Weihnachtsessen in Davos ab. Nach dem Essen teilte sich die Gruppe und zwei Mitarbeiter liessen am Ende den Abend in einem Club ausklingen. Ein friedlicher Ausklang war es allerdings nicht. Einer der beiden kehrte mit einer gebrochenen Nase zurück, der andere mit zerfetzten Lippen.

Mine Frei, Geschäftsführerin des Unternehmens, machte den Vorfall, der sich bereits vor zwei Wochen abgespielt hat, diese Woche in einem Leserbrief in der «Davoser Zeitung» ­publik – und sparte dabei nicht mit Vorwürfen. Die Security des Clubs habe die beiden Mitarbeiter verprügelt, schreibt sie. «Dies alles passierte, weil sich der Inhaber über den einen Mitarbeiter aufgeregt hat, weil er laut war und anscheinend beim Reden mit dem gegenübersitzenden Arbeitskollegen zwei Mal auf die Bar-Theke mit der Hand geklopft hat. Der andere sehr ruhige Mitarbeiter wurde gleich mit verprügelt, obwohl bei seinem Verhalten absolut nichts auszusetzen war», schreibt Frei.

Und weiter, quasi als Warnung an die Leser: «Passt auf: Sollte der Clubinhaber euch nicht mögen, kann es sein, dass ihr von seinen Männern professionell organisiert vor dem Club verprügelt werdet.» Sie selber, so Frei gegenüber der AZ, sei nicht im Club gewesen, aber in den frühen Morgenstunden angerufen worden, als die verletzten Männer ins Hotel zurück­kamen.

Verletzte bestreiten, Drogen konsumiert zu haben

Ganz anders klingt es von Seiten des Clubs. Er äusserte sich gestern mit zwei Stellungnahmen in der «Davoser Zeitung». Darin wird einerseits Befremden darüber geäussert, dass sich Frei mit einem Leserbrief an die ­Öffentlichkeit gewandt hatte. Man halte es für sehr fragwürdig, «als unbeteiligte Person etwas so Negatives zu schreiben».

Weiter äussern Sicherheitspersonal und Geschäftsleitung Vorwürfe gegen die beiden verletzten Männer. Man habe sie beim Betäubungsmittelkonsum erwischt, dann zur Garderobe begleitet und gebeten, das Lokal zu verlassen. Dabei sei es zunächst zu einem verbalen Streit gekommen. Später habe dann einer der Verletzten zu einer Kopfnuss gegen den Club-­Geschäftsführer angesetzt. «Anschliessend wurde der Aggressor verhältnismässig zu Boden gedrückt und mit Hilfe eines Armhebels aus dem Club eskortiert.» Im Lokal sei es jedoch nicht zu einer Schlägerei gekommen, betont der Club­besitzer gegenüber der AZ.

Frei widerspricht diesen Vorwürfen kategorisch. «Keiner der beiden Mitarbeiter hat Drogen konsumiert», sagt sie. Sie seien in jener Nacht im Spital und dann am Morgen auf dem Polizeiposten gewesen – «vernünftig und normal bei Sinnen». Tatsächlich war Mine Frei zusammen mit den beiden Männern auf dem Polizeiposten in Davos und reichte eine Anzeige gegen unbekannt ein. «Für die Anzeigeerstattung liess mich die Kantonspolizei sechs Stunden vor dem Schalter warten», schreibt Frei in ihrem Leserbrief. «So ­etwas finde ich nicht in Ordnung», betont sie im Gespräch mit der AZ. Seit der Anzeige­aufnahme habe sie nichts mehr von der Polizei gehört, so Frei weiter. «Unser Rechtsschutz kümmert sich nun darum.»

Bei aller Uneinigkeit über den Hergang der Vorfälle gibt es eine positive Nachricht: Den verletzten Männern geht es den Umständen entsprechend gut. «Die gebrochene Nase wurde operiert und beide können bereits wieder arbeiten», sagt Frei.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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