Frick

Wechselhafte erste Halbzeit: Grosser Kino-Run blieb bislang aus

Die Zuschauer nahmen den Wolkenbruch am ersten Abend mit Humor.

Die Zuschauer nahmen den Wolkenbruch am ersten Abend mit Humor.

Das Open-Air-Kino in Frick ist gut gestartet, ausverkauft waren die Vorstellungen aber nicht. «Tenet» soll es ändern.

Am Mittwoch startet Philipp Weiss in die zweite Halbzeit seines Open-Air-Kinos. Die ersten beiden Wochen seien wechselhafter gewesen als das Wetter, zieht der Betreiber von Fricks Monti schmunzelnd Zwischenbilanz.

Auf der Sonnenseite verbucht er das Wetter, die Stimmung und eine konstante Grundauslastung. «Es kamen nie weniger als 50 Zuschauer», sagt Weiss. In anderen Jahren – Philipp Weiss führt das Open-Air-Kino zusammen mit seiner Partnerin Martina Welti bereits zum 29. Mal durch – seien die Schwankungen grösser gewesen.

Über die Gründe kann er nur spekulieren. Einer könnte sein, dass er das Freiluft-Filmspektakel coronabedingt erstmals nicht während der Sommerferien durchführt. Ein zweiter, dass es früher eindunkelt und er die Filme so rund eine Stunde eher, bereits um 21 Uhr, starten kann. «Das kommt bei den Zuschauern gut an.»

Die Zuschauer akzeptieren das Schutzkonzept

Auf der Schattenseite verbucht Weiss, dass der grosse Run bislang ausgeblieben ist. Ganz ausverkauft war das Film-Halbrund auf dem Parkplatz bei Fricks Monti bislang nie. Das liegt zum einen am eher bescheidenen Filmangebot – die grossen Konzerne haben ihre Blockbuster wegen der Coronakrise zurückbehalten –, zum anderen aber auch an den Auflagen, die er coronabedingt umsetzen muss.

Weiss hat sein Open-Air-Kino, das 300 Zuschauern Platz bietet, in drei Hunderter-Sektoren unterteilt. Wer kommt, muss seine Personalien entweder beim Vorverkauf angeben, über eine spezielle App erfassen oder sie handschriftlich in eine Liste eintragen. Bislang sei dies nie ein Problem gewesen, so Weiss. «Die Zuschauer akzeptieren das Schutzkonzept, tragen es mit und halten auch die Abstände ein.»

Am erfolgreichsten lief bislang der Naturfilm «Das geheime Leben der Bäume.» Weiss hatte damit gerechnet, dass der Film, den er schon lange im Programm hat, auch open air zieht. Dass er aber zum Publikumsliebling avanciert, «hat mich dann doch etwas überrascht».

«Tenet» soll für volle Ränge sorgen

Für eine Überraschung ganz anderer Art sorgte das Wetter am ersten Abend. «Es war gutes Wetter angesagt und nirgends in der Region regnete es – nur über Frick kam es zu einem Wolkenbruch.» Weiss verteilte kurzerhand Pelerinen, die Zuschauer nahmen es mit Humor.

Grosse Erwartungen setzt Weiss in der zweiten Open-Air-Halbzeit auf «Tenet», den er am 4. September zeigt. «Es ist der erste Blockbuster, der seit dem Frühling in die Kinos kommt.» Auch wenn die Filmkritiken bisher recht verhalten sind, hofft Weiss, dass der Thriller von Christopher Nolan, in dem ein Agent den 3. Weltkrieg verhindern soll, einschlägt wie eine Bombe.

Er selber freut sich am meisten auf «The Bra». Der Film kommt ohne Dialoge aus und erzählt die Geschichte eines Lokführers, der nach der Besitzerin des blauen BHs fahndet, der sich am letzten Tag vor seiner Pensionierung an der Lokomotive verfangen hat. Er will ihr den BH zurückbringen. Eine moderne Version von Aschenputtel, wenn man so will. «Es ist ein stiller Film, der ohne Dialoge zu verzaubern weiss.»

Weiss wünscht sich für die zweite Halbzeit warme Nächte, viele Zuschauer – und nur noch einen Wolkenbruch: am letzten Filmabend, wenn er den Film Wolkenbruch zeigt.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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