Fricktal
Was tut die Schule gegen Sportunterricht-Drückeberger?

Ausreden für das Schwänzen des Sportunterrichts sind bei Schülern der Oberstufe Laufenburg ein Thema. Einen Trend zum Schwänzen gebe es aber nicht, versichern

Walter Christen
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Nur wenige Schülerinnen und Schüler drücken sich an Fricktaler Schulen vor dem Turnen: Arztzeugnis oder Entschuldigungsschreiben der Eltern wird verlangt. (Symbolbild)

Nur wenige Schülerinnen und Schüler drücken sich an Fricktaler Schulen vor dem Turnen: Arztzeugnis oder Entschuldigungsschreiben der Eltern wird verlangt. (Symbolbild)

Aargauer Zeitung

Das Bein tut weh, der Arm kann nicht richtig bewegt werden, der Kopf schmerzt oder der Fuss ist geschwollen. Das sind auch im Fricktal ein paar der häufigen Ausreden von Schülern, wenn sie am Turnunterricht nicht teilnehmen wollen.

Strenge Regeln will der Kanton Zug einführen, wie die Pendlerzeitung «20 Minuten» diese Woche publik gemacht hat. Künftig müssen die Schüler ein Arztzeugnis vorlegen. Zudem wird die Zusammenarbeit von Sportlehrern und Ärzten bezüglich der Ausgestaltung von Trainingslektionen für leicht handicapierte Schüler intensiviert.

Es folgen noch ein paar andere Kantone dem Beispiel von Zug, hingegen ist im Aargau gegenwärtig nichts Ähnliches vorgesehen: «Mit unserer Schulstruktur lässt sich das Absenzenwesen gut regeln, das heisst, der Kanton überlässt das Handling den einzelnen Schulen. Das funktioniert bestens», sagt Simone Strub vom Departement Bildung, Kultur und Sport in Aarau.

Ersatz für ausgefallene Turnstunde

«Schüler, die sich vom Turnunterricht drücken, gibt es hin und wieder. Es kommt zum Glück nicht oft vor und betrifft eher die Real- und Sekundarschule», sagt Siegbert Jäckle, Schulleiter der Kreisschule Regio Laufenburg.

«Aber nach Hause gehen kann niemand. Der Turnlehrer schickt den betreffenden Schüler ins Schulhaus zurück, wo er sich bei einer Lehrperson melden muss und während der ausfallenden Turnstunde eine andere Beschäftigung zu verrichten hat. Das ist sozusagen die Strafe», so Jäckle. «Was wir nicht wollen, ist, dass ein Schüler in der Turnhalle während der ganzen Sportstunde nur an der Wand sitzt, zuschaut und eventuell sogar die turnenden Schülerinnen und Schüler ablenkt.» Durch diese Massnahme hat sich die Anzahl an «Drückebergern» deutlich reduziert.

Laut Siegbert Jäckle sind die Oberstufenschüler in der Pubertät und probieren so manches aus. Wenn jemand eine von den Eltern unterschriebene Absenz mitbringt, muss die Entschuldigung akzeptiert werden.

«Würde ein Schüler den Sportunterricht mehrmals vorsätzlich versäumen, suchen wir das Gespräch mit ihm und bemühen uns, die Hintergründe seines Verhaltens herauszufinden», erwähnt der Laufenburger Schulleiter.

«Wenn einer nur für eine Stunde ausfällt, handhaben wir das pragmatisch. Die Schüler müssen aber in der Regel ein Arztzeugnis bringen», sagt Beat Petermann, Leiter der Kreisschule Unteres Fricktal in Rheinfelden. «Wir verzeichnen eine sehr gute Teilnehmerfrequenz – sowohl am Schulturnen als auch am freiwilligen Schulsport. Einen Trend zum Schwänzen des Turnunterrichts können wir auf allen unseren Oberstufen nicht erkennen.» Die Schüler seien gut in den Sportunterricht eingebunden, zumal zwischen den Fach- und den Klassenlehrern eine gute Vernetzung bestehe.

«Wir können uns auf das Disziplinarkonzept verlassen», sagt Lothar Kühne, Schulleiter an der Volksschule Frick. Das heisst, die Lehrkraft entscheidet vor Ort, wie ein leicht handicapierter Schüler oder eine Schülerin nach Möglichkeit in die Turnstunde integriert werden kann. «Erfreulicherweise ufert das Schwänzen des Turnunterrichts nicht aus», so Kühne.

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