Möhlin

«Was lange währt, wird endlich gut»: Die Möhlinbachbrücke ist ersetzt

Gemeindeammann Fredy Böni (r.) und Peter Keller vom Kanton enthüllen das Wappen an der neuen Möhlinbachbrücke. twe

Gemeindeammann Fredy Böni (r.) und Peter Keller vom Kanton enthüllen das Wappen an der neuen Möhlinbachbrücke. twe

Bereits im Januar startet die nächste Etappe der Sanierung der Landstrasse durch Möhlin – wieder mit einem Rotlicht.

Klein, aber oho: So charakterisierte Roberto Scappaticci, Projektleiter Brückenbau beim Kanton, die Möhlinbachbrücke an der Landstrasse beim Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach. An der Schwerverkehrsroute gelegen, muss sie bis zu 480 Tonnen Gewicht (er-)tragen.

Die alte Brücke, 1844 erbaut, stöhnte regelmässig unter dieser Last – und wurde deshalb in den letzten Monaten durch eine neue ersetzt. Gleichzeitig baute der Kanton die Landstrasse im Bereich der Bahnhofstrasse bis zur Einmündung Schmittenhöhle um, baute Mehrzweckstreifen und Verkehrsinseln ein, baute beidseitig Gehwege an und baute den Fussgängerübergang vor dem Alterszentrum mit einer Schutzinsel aus. Die Gemeinde nutzte die Gunst der offenen Strasse und versenkte in ihr neue Werkleitungen.

«Ein schönes und langfristiges Projekt», freute sich der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni am Freitag bei der offiziellen «Verkehrsübergabe».

Dem milden Winter sei Dank

Lange Fristen hatte das Projekt auch zu erdulden: Vor über 20 Jahren war in Möhlin erstmals von der Sanierung der Strasse und dem Ersatz der Brücke die Rede. Vor rund 10 Jahren nahm man die Planung an die Hand. Bönis Fazit: «Was lange währt, wird endlich gut.»

Auf die lange Vorgeschichte folgte eine relativ kurze Baugeschichte, die im August 2013 ihren Anfang nahm und vor wenigen Wochen – nach nur 14 Monaten – endete. «Dank dem milden Winter konnten wir zuschaffen», resümiert Alex Joss, Projektleiter Strassenbau beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Das bedeutete: Der Projektablauf und -zeitplan dieser «sehr komplexen Baustelle» (Böni) mussten laufend dem Baufortschritt angepasst werden, was das eine oder andere Mal schon auch «für rauchende Köpfe gesorgt hat» (Joss).

Die Brücke in Möhlin ist dem Verkehr übergeben worden.

Die Brücke in Möhlin ist dem Verkehr übergeben worden.

Kaum Rauch indes stieg aus den Köpfen der Möhliner auf – und dies trotz Lichtsignalanlage und täglichem Rückstau. «Wir hatten sehr wenige Reklamationen», bilanziert Böni. Dies habe auch an der «Super-Info» des Kantons zum Projekt vor Ort gelegen. Und wohl auch daran, dass die Möhliner nahezu 10 Jahre Zeit hatten, sich mit dem Baugedanken anzufreunden. Und sicher auch daran, dass der tägliche Stau erträglich blieb; viele derer, die Möhlin nur als Durchfahrtsdorf nutzen wollten, nahmen den (Um-)Weg über die Autobahn in Kauf.

Natürlich versuchte der eine oder andere Schlaumeier – Böni sprach von «Verschlaufungskünstlern» – die Baustelle zu umfahren und durch die Quartiere zu schleichen. Doch seit das Lichtsignal vor gut einem Monat abgebaut worden ist, «hat sich die Lage langsam, aber sicher wieder normalisiert».

Für den Fall einer Hochwasserlage ist die Gemeinde rund um die Möhlinbachbrücke nun ebenfalls besser gerüstet. Die neue Brücke, aus Stahlbeton gebaut, hat keinen Mittelpfeiler mehr, was die Hochwassersicherheit spürbar verbessert.

Gesamthaft waren für das Strassen- und das Brückenprojekt Kosten von 2,8 Millionen Franken veranschlagt; davon flossen rund 700 000 Franken in die neue Brücke. So wie es aussehe, erklärte Scappaticci am Freitag, könne diese Summe auch eingehalten werden. Das hörten die anwesenden Gemeindevertreter gerne, denn schliesslich muss die Gemeinde per Dekret 54 Prozent der Kosten übernehmen.

Nächste Bauetappe bis Oktober

Nach der Sanierung ist bekanntlich vor der Sanierung und so wagte Joss am Freitag bereits einen Ausblick auf die nächste Bauetappe. Sie startet im Januar, dauert bis im Oktober und erneuert die Landstrasse von der Schmittenhöhle bis zum Dorfausgang Richtung Mumpf. Parallel dazu werden die erste Etappe der Zeiningerstrasse sowie die neuen Bushaltestellen realisiert.

Das heisst für all jene, die in dieser Zeit durch Möhlin fahren wollen: Wiedersehen mit dem Rotlicht. Joss verspricht den Einwohnern und Durchfahrern: «Wir werden die Lichtsignalzeit so kurz wie möglich halten, damit Möhlin nicht im Stau versinkt.» Er ist zuversichtlich, dass dies ähnlich gut wie in diesem Jahr klappen wird. On verra.

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