Reitsport

Walter Gabathuler erstmals seit 25 Jahren wieder auf der grossen Bühne: «Druck verspüre ich keinen»

Zurück im Springzirkus der Elite: Walter Gabathuler holte sich bei seinem Comeback einen achten Platz am CSI Basel.

Zurück im Springzirkus der Elite: Walter Gabathuler holte sich bei seinem Comeback einen achten Platz am CSI Basel.

Walter Gabathuler geht das Comeback gelassen an – und springt in Basel auf Rang 8.

Springreiter-Legende Walter Gabathuler, 62, ist auf die grosse Reitsport-Bühne zurückgekehrt: Am Wochenende nahm der Wallbacher beim CSI Basel erstmals seit 25 Jahren wieder an einem 5-Sterne-Turnier teil und sprang mit seiner Stute, Fine Fleur du Marais, als zweitbester Schweizer auf Rang acht im Championat der Stadt Basel. In der az zieht der sechsfache EM-Medaillengewinner ein Fazit seines Comebacks und gibt einen Ausblick auf die nächsten Monate.

Herr Gabathuler, wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Abscheiden beim CSI Basel?

Walter Gabathuler: Dass es auf Anhieb so gut läuft, hätte ich nicht gedacht. Im Vorfeld habe ich mit einer Klassierung geliebäugelt. Dies ist mir mit dem achten Platz beim Championat der Stadt Basel gelungen. Gerade in Anbetracht des herausragenden Teilnehmerfeldes bin ich mit meinem Abscheiden sehr zufrieden.

Wie haben Sie sich kurz vor dem Start nach Ihrer 25-jährigen Abstinenz von den grossen Reit-Turnieren gefühlt?

Nervös war ich nicht, da ich in der Zwischenzeit immer wieder an 2- oder 3-Sterne-Turnieren teilgenommen habe. Ich war nie wirklich weg. Einen grossen Unterschied zwischen den 3- und 5-Sterne-Turnieren, gibt es nicht. Das Material und die Technik sind gleich. Die einzigen Ausnahmen: Die Konkurrenz ist wesentlich stärker und die Hindernisse sind höher.

Sie reiten erst seit Ende November Ihr Turnierpferd Fine Fleur du Marais. Ist dies, nach nur zweieinhalb Monaten, eine besondere Herausforderung?

Das Gefühl auf Fine Fleur du Marais war schon zu Beginn sehr gut und es wird von Woche zu Woche besser. Natürlich braucht es immer eine gewisse Zeit, etwa sechs Monate, bis sich die Harmonie zwischen Pferd und Reiter voll eingestellt hat. Daran gilt es jetzt zu arbeiten. Dies mache ich, indem ich mehrmals die Woche auf Fine Fleur du Marais in den Sattel steige. Ich versuche dabei, die richtige Balance zu finden, denn überbeanspruchen darf ich mein Pferd nicht. Wenn ich jeden Tag Springtraining machen würde, wäre das zu viel.

Vor dem Hintergrund, dass Ihnen der Basler Unternehmer Thomas Straumann mit einem Spitzenpferd noch einmal die Rückkehr in die Reitsport-Elite ermöglicht hat: Wie gross ist da der Erfolgsdruck?

Ich gehe mein Comeback gelassen an. Thomas Straumann hat in mich vollstes Vertrauen. Druck spüre ich deswegen keinen. Natürlich ist es mein Ziel, mich in den nächsten Monaten zu steigern und mittelfristig in die vorderen Platzierungen zu springen. Ob es dann auch mal für einen Sieg reicht, wird die Zeit zeigen.

Wie geht es nun für Sie im Turnierjahr 2017 weiter?

Aufgrund meines guten Abschneidens beim CSI Basel, entscheidet sich in den nächsten Tagen, ob ich beim CSI Zürich am übernächsten Wochenende starten kann. Anfang Februar nehme ich dann an den Baden Classic in Offenburg teil. Dort versuche ich, aufbauend auf meinen Ergebnissen am CSI Basel, gute Platzierungen zu erreichen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1