Schneespass

Viele Skilager: Im Fricktal lebt die Tradition

Spass im Schnee: Ab kommender Woche reisen Fricktaler Schüler in die Berge ins Schneesportlager. (Archiv)

Spass im Schnee: Ab kommender Woche reisen Fricktaler Schüler in die Berge ins Schneesportlager. (Archiv)

22 Fricktaler Gemeinden haben ein Schneespass-Angebot für Schüler – in Kaiseraugst ist das Lager gar obligatorisch.

«Alles fahrt Schi», sang Vico Torriani 1963 und landete damit einen Hit – und die inoffizielle Schweizer Wintersport-Hymne. Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, hat der Schneespass nur wenig von seiner Faszination verloren. Jedenfalls zeigt eine Umfrage der Aargauer Zeitung, dass dieses Jahr in 22 Fricktaler Gemeinden Wintersportlager organisiert werden, oder sich die Schüler zumindest für ein Lager in der Nachbargemeinde anmelden können (siehe Tabelle unten).

Nur gerade in vier Gemeinden gibt es kein solches Angebot. Olsberg, Sisseln und Zuzgen führen dabei allesamt die mangelnde Grösse als Hauptgrund an. «Mit 30 Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren sind wir zu klein für solche Veranstaltungen», sagt etwa Florence Herzig, Schulleiterin in Olsberg. Sechs Schulen machten keine Angaben.

In Herznach fand das erste Schul-Skilager kurz nach Torrianis Hit statt. «Dieses Jahr führen wir das 50. Lager durch», sagt Schulleiterin Ruth Kohler. Und nennt als Argumente für ein solches Wintersportlager: «Langjährige Tradition, dankbare Eltern und Kinder, super Stimmung und die Vermittlung von Skifahren und Snowboarden.»

Obligatorisches Lager

Viele Organisatoren-Kollegen nennen ebenfalls die Tradition als einen wichtigen Grund für Winterlager. So auch Ueli Zulauf, Schulleiter der Schule Schwaderloch. Er plädiert darüber hinaus für ein Schneesportlager, «um den Kindern im Zeitalter des Klimawandels ein Wintererlebnis zu ermöglichen.»

Daniela Lauber Bärlocher, Schulleiterin in Kaisten, fügt die «Förderung der Gesundheit und der Sozial- und Selbstkompetenzen» als weiteren Grund an. In Kaisten findet das Winterlager bereits kommende Woche, während der Schulzeit, statt. Die Kinder haben die Wahl zwischen einer Projektwoche zu Hause und dem Lager auf der Bettmeralp. Noch einen Schritt weiter geht Kaiseraugst. Hier hat die Schulpflege das Winterlager für obligatorisch erklärt. «Wir möchten die Freude am Wintersport fördern und den Kindern auch die Bergwelt näherbringen. Eine Woche im Freien mit Sport verbringen zu können, tut den Kindern sehr gut in dieser eher dunkeln und kalten Jahreszeit», so Thomas Kaiser, Schulleiter Kindergarten und Primar in Kaiseraugst.

Konstante Teilnehmerzahlen

Aufgrund des Obligatoriums sind die Teilnehmerzahlen in Kaiseraugst stabil. Doch auch die meisten anderen Gemeinden melden konstante Zahlen oder gar eine leicht steigende Tendenz. Einzig in Stein sind die Teilnehmerzahlen eher rückläufig. In Frick hat sich die Lage dagegen wieder stabilisiert, wie Cécile Liechti, Präsidentin der Ferienlagerkommission, sagt. Allerdings auf einem Niveau, das deutlich unter demjenigen von 2007 liegt.

In Münchwilen ist das Skilager erst vor kurzem wieder zum Leben erweckt worden – von Privatpersonen. Eine Umfrage habe gezeigt, dass das Bedürfnis bestehe, sagt Jürg Dornbierer, der das Lager mit seiner Frau dieses Jahr zum dritten Mal organisiert. Auch in anderen Gemeinden sind Private die treibenden Kräfte. Die Gemeinde führe das Lager durch, sei aber auf ein freiwilliges Team angewiesen», betont der Gipf-Oberfricker Gemeindeschreiber Urs Treier. Helfer und Ski- und Snowboard-Lehrer zu finden, sei meist nicht so schwierig, heisst es in den befragten Gemeinden. Grösser sei die Herausforderung, Personen zu finden, welche die Hauptverantwortung tragen.

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