Zeihen
Tierhomöopathin Priska Mathys gibt die richtigen Impulse

Priska Mathys gehört zum Kreis der rund 20 anerkannten Tierhomöopathen der Schweiz. In ihrer Praxis in Zeihen behandelt sie Tiere mit Hilfe von Alternativmedizin.

Karin Pfister
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Priska Mathys hat sich als Tierhomöopathin auf Pferde, Hunde und Katzen spezialisiert. kpf

Priska Mathys hat sich als Tierhomöopathin auf Pferde, Hunde und Katzen spezialisiert. kpf

«Tiere haben eine sehr ehrliche Ausdrucksweise. Sie verstellen sich nicht», sagt Priska Mathys aus Zeihen, die seit ihrer Kindheit von Tieren fasziniert ist und immer wusste, dass sie sich auch beruflich damit beschäftigen möchte. «Mein erster Berufswunsch war Tierärztin, aber diese Art der Behandlung hat mich nicht überzeugt. Den Gesundungsprozess unterstützen ist meiner Meinung nach mehr als schulmedizinische Medikamente verabreichen, welche oft nur die Symptome bekämpfen.» Die Homöopathie biete viel mehr Möglichkeiten, eine Krankheit an der Wurzel zu behandeln.

Priska Mathys erzählt, wie ein Besuch bei ihr abläuft: «Wenn jemand mit einem Hund kommt, der zum Beispiel an Juckreiz leidet, dann schaue ich nicht nur die Krankheit an, sondern auch: Wie ist der Hund?, Was ist sein Grundwesen?, In welchen Situationen verhält er sich nicht seinem Grundwesen entsprechend?, Seit wann hat er sich verändert?. Wichtig sind natürlich auch die Beobachtungen des Besitzers. Alle diese Teile zusammen ergeben dann die homöopathische Diagnose und die Empfehlungen, was der Halter tun kann, um die Genesung zu fördern.»

Die richtigen Impulse

Es gibt rund 3000 homöopathische Mittel. «Diese heilen nicht mit ihrem Wirkstoff, sondern sie geben dem Tier die richtigen Impulse, um dessen Selbstheilungskräfte anzuregen.» Oft heisst es, in der Homöopathie dauere es ewig, bis erste Resultate zu sehen sind. Laut Priska Mathys stimmt das nicht, sondern sei dadurch begründet, dass viele sich erst an einen Tierhomöopathen wenden, wenn alle andern Möglichkeiten schon ausgeschöpft sind. Und je länger eine Krankheit bestehe, desto länger brauche auch die Heilung. «Das ist wie Schichten freilegen. Zuerst fängt man mit der obersten, aktuellsten Schicht an. Erst wenn diese weg ist, kann man sich dem, was darunter liegt, widmen.»

Schulmedizin

Aber natürlich gebe es Tiere, die in die Hand von Schulmedizinern gehören. In der ersten Phase braucht ein verunfalltes Pferd eine chirurgische Erstversorgung. Erst wenn die akuten Beschwerden richtig versorgt sind, kann man mit Homöopathie die Selbstheilung unterstützen oder die Ursache beheben.» Wunder vollbringen auch homöopathische Mittel nicht. «Wenn die Lunge durch jahrelanges Asthma schon beschädigt ist, kann man mit der Homöopathie Schmerzen lindern, aber nicht mehr heilen.» Allerdings sei es manchmal erstaunlich, dass eben doch noch viel mehr gehe, als man anfangs geglaubt habe.

Mit dem Glauben ist es in der Alternativmedizin so eine Sache. Kritiker werfen der Homöopathie vor, dass sie über den Placebo-Effekt funktioniert. «In der Tierhomöopathie hören wir diesen Vorwurf nicht», sagt Priska Mathys lachend. Und zum Thema «es fehlen wissenschaftliche Beweise» sagt sie: «Ich sehe in meiner Praxis tagtäglich Tiere, denen es dank der homöopathischen Behandlung besser geht.»

Haltungsfehler

Nicht allen Tieren kann Priska Mathys helfen. Am schlimmsten ist es für sie, wenn es am Menschen scheitert: «Das ist manchmal zum Verzweifeln.» Wenn sie merke, dass ein Hund aufgrund von Haltungsfehlern – zu viel Lärm, dem falschen Futter oder zu wenig Bewegung – krank geworden ist, und, der Besitzer nichts an der Haltung verändern will, sondern meine, das Problem liesse sich mit «Kügelchen» aus der Welt schaffen.

Das richtige Futter sei sowieso für die Gesundheit von Tieren elementar. «Es sollte möglichst naturnah sein; also zum Beispiel für Katzen fast nur rohes Fleisch. Sehr viele Katzen werden heutzutage krank, weil sie nicht die entsprechende Nahrung bekommen.» Oft sei ein krankes Tier auch für den Besitzer ein Grund, etwas zu ändern. «Wenn man merkt, dass sich eine Katze mit anderem Futter viel besser fühlt, beginnt man auch über seine eigene Ernährung nachzudenken. Oder man möchte sich mehr bewegen, weil man merkt, dass Bewegung dem Tier geholfen hat.»

Der schönste Beruf

«Ich habe den besten Beruf, den es gibt. Ich könnte mir nichts anders vorstellen», sagt Priska Mathys und man glaubt es ihr sofort. Sie wirkt sehr zufrieden und wie ein Mensch, der mit sich selbst im Reinen ist. Gerne empfiehlt sie ihren Beruf auch weiter.

«Es gibt in der Schweiz nur rund 20 anerkannte Tierhomöopathen HVS und zum Beispiel keinen, der sich gut mit Vögeln auskennt. Man muss mit einer Tierart vertraut sein, um auch fundiert helfen und beraten zu können.» Priska Mathys rät, sich unbedingt an den Verband (www.hvs.ch) zu wenden, wenn man auf der Suche nach einem seriösen Tierhomöopathen ist, da in diesem Bereich viel «Wildwuchs» herrsche. «Manche nennen sich diplomierte Homöopathen, obwohl sie nur einen Wochenendkurs besucht haben. Eine fundierte Ausbildung dauert Jahre.»

Priska Mathys behandelt nicht nur Tiere, sie hält auch welche. Ihre zwei Pferde, zwei Hunde und ihre zwei Katzen lässt sie allerdings von einem Berufskollegen begutachten, wenn sie ernsthaft krank sind. «Bei den eigenen Tieren ist man einfach «betriebsblind» und übersieht gerne etwas.»

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