Rheinfelden

Thermalbad trotzt Selfie-Manie: «Kameras und Handy bleiben verboten»

Im sole uno in Rheinfelden sind Kameras und Handys verpönt. Die Gäste sollen sich hier entspannen können.

Im sole uno in Rheinfelden sind Kameras und Handys verpönt. Die Gäste sollen sich hier entspannen können.

In der Wellness-Welt des Rheinfelder sole uno ist und bleibt das Fotografieren verboten. Und das nicht nur, weil fremde Personen ohne ihr Wissen fotografiert werden können.

Das Rund-um-Erreichbar-Sein ist dank Smartphone und meist guten Netzverbindungen bei uns längst kein Problem mehr. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um das gesprochene oder geschriebene Wort. Es wird überall und jederzeit fotografiert und gefilmt. Sich selbst wie auch andere. Hallenbäder, Schwimmbäder und Wellnessoasen sind Orte, an denen vielfach nicht nur Fotoapparate und Filmkameras, sondern eben auch Smartphone verboten sind.

Dieses Verbot hat vor wenigen Wochen das Erlebnisbad Bernaqua im Berner Westside gelockert. Mit der Auflage, dass fremde Personen weder fotografiert noch gefilmt werden dürfen. Nur Fotos von sich selbst oder Familienangehörigen sind erlaubt. Seit gestern ist Fotografieren im Bernaqua wieder verboten. «Die Medienberichterstattung der letzten Tage hat eine kontroverse Diskussion entfacht – öffentlich wie auch intern im Unternehmen», hält das Bad-Management fest. Nach reiflicher Überlegung folge Bernaqua nun «den Argumenten des Persönlichkeits- und Kindesschutzes».

Wie sieht dies bei Fricktaler Bädern aus? In der Rheinfelder Wellness-Welt sole uno komme eine Lockerung der Hausordnung nicht infrage, sagt CEO Thomas Kirchhofer. «Bei uns sind Kameras nicht erlaubt und grundsätzlich auch Handys nicht.» Dabei geht es nicht nur darum, das Fotografieren fremder Personen zu vermeiden. «Wir sind ein Ort der Erholung. Wir haben unter anderem deshalb auch keine Werbung aufgehängt. Die Leute sollen sich bei uns entspannen und weg vom Alltag kommen.» Dazu gehöre auch, dass nicht telefoniert werde.

Keine Ausnahmen

«Wir ziehen das konsequent durch», betont Thomas Kirchhofer. «Wenn jemand im Sommer auf der Liegewiese oder im Winter in der Sauna in der Ruhezone via Handy und Kopfhörer Musik hört, drücken wir schon einmal ein Auge zu.» Ausnahmen der Regel würden aber in den allermeisten Fällen auch immer ein vorhergehendes Gespräch voraussetzen. Eine rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe, sei aber stets das Fotografieren oder Filmen. «In einem solchen Fall ermahnt der Badmeister die Gäste und macht sie auf die Bestimmungen aufmerksam.» Hier gibt es keine Ausnahmen, es wird strikt so gehandhabt.

«Für uns sind diese Bestimmungen Teil unserer Philosophie und deshalb auch richtig so», geht Thomas Kirchhofer ein weiteres Mal auf die Entspannungsinsel sole uno ein. Er kann sich gut vorstellen, dass beispielsweise in einem mehrheitlich für sportliche Zwecke genutztem Bad schon das Bedürfnis da ist, mittels Filmen beim Schwimmtraining für Verbesserungen sorgen zu können.

Kein generelles Verbot

Im Freizeitzentrum Vitamare in Frick gibt es kein generelles Verbot, was das Fotografieren und Filmen anbelangt. «Wir haben diesbezüglich auch kein Problem mit unseren Badegästen», sagt David Wieser, stellvertretender Betriebsleiter. Den Eltern sei es nicht untersagt, ihre Kinder zu fotografieren. Auch das Filmen durch die Trainingsverantwortliche bei sportlichen Aktivitäten sei mit entsprechender Erlaubnis durch die Gefilmten oder deren Erziehungsberechtigte erlaubt. Der Badmeister sei aber sensibilisiert und spreche je nach Situation Leute an, wenn sie am Filmen oder Fotografieren sind.

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