Eigentlich gäbe es eine gute Nachricht: 2017 sank die Übertretungsquote bei Geschwindigkeitskontrollen im oberen Fricktal erstmals unter zehn Prozent.

Das gab Werner Bertschi, Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal am Dienstagmorgen an der Medienkonferenz zum Jahresbericht bekannt.

Das heisst, dass nicht einmal jeder zehnte Lenker zu schnell unterwegs war. Genau waren es bei 242 Kontrollen und 107 301 gemessenen Fahrzeugen 10 112 Lenker. Die meisten Übertretungen wurden im Bereich von einem bis fünf km/h gemessen. «Etwas, das schnell passiert ist», sagte Bertschi.

Viele hohe Überschreitungen

Eine Zahl aber gibt ihm etwas zu denken. Es ist die Zahl jener Lenker, die mit stark übersetzter Geschwindigkeit – also mit mehr als 21 km/h zu viel – erwischt wurden. 2017 waren es 124, deutlich mehr als noch 2016 (90) und 2015 (76). «Das ist einfach nur gefährlich», so Bertschi.

Deshalb sollen die Kontrollen im laufenden Jahr in einem ähnlichen Rahmen weitergehen. Messungen mit einem Verkehrsstatistik-Gerät an verschiedenen Orten zeigten, dass «weiterer Bedarf für Kontrollen» bestehe, sagte Bertschi.

Die Übertretungsquoten lägen teilweise bei über 20 Prozent. «Damit eine Wirkung erzielt werden kann, braucht es einen gewissen Kontrolldruck», ist Bertschi überzeugt.

Weniger Einbrüche

Spürbar ist eine Wirkung bei den Einbruchszahlen im oberen Fricktal. Diese seien im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken, sagte Bertschi. Auch seien weniger Kriminaltouristen erwischt worden. Das zeigt die Anzahl vorläufiger Festnahmen. 2017 waren es 29, im Jahr davor noch 37. Bertschi wertet dies ebenfalls als Indiz dafür, dass in der Region weniger Einbrecher unterwegs sind.

Genaue Zahlen zu den Einbrüchen wird die Kantonspolizei in den kommenden Tagen präsentieren. Gegenüber der AZ hatte Kapo-Sprecher Bernhard Graser schon im Januar bestätigt, dass die Einbruchszahlen im Fricktal deutlich tiefer als in anderen Regionen des Kantons liegen.

Werner Bertschi führt dies unter anderem auf die regelmässigen Kontrollen in den Wohnquartieren zurück. Insgesamt 9930 Stunden uniformierte Präsenz erbrachten die Beamten im vergangenen Jahr. «Dies soll möglichst weitergeführt werden», sagte Bertschi.

Mehr Botendienste

Insgesamt 1786 Fälle hat die Regionalpolizei 2017 behandelt, was einer Steigerung um rund vier Prozent entspricht. Deutlich mehr Arbeitszeit als im Vorjahr verbrachten die Beamten mit Aufgaben, welche die Regionalpolizei für regionale und kantonale Amtsstellen – etwa das Bezirksgericht, das Strassenverkehrsamt oder das Betreibungsamt – übernimmt.

257 Zustellungen, 857 Rechtshilfeersuchen und 154 Aufträge des Strassenverkehrsamtes standen Ende Jahr zu Buche, «deutlich mehr als 2016», sagte Bertschi. Für den Polizei-Chef ist das alles andere als erfreulich: «Das ist viel Zeit, die an einem anderen Ort abgeht. Deshalb müssen wir beobachten, wie sich die Situation weiter entwickelt.»