Frick

Teil vom Trottoir fehlt – gefährlicher Weg zur Badi?

Der Juraweg hat auf einem Teilstück von rund 200 Metern kein Trottoir. Diese Stelle ist für Velofahrer und Fussgänger, die in die Badi wollen, unangenehm.

Der Juraweg hat auf einem Teilstück von rund 200 Metern kein Trottoir. Diese Stelle ist für Velofahrer und Fussgänger, die in die Badi wollen, unangenehm.

Beim Juraweg fehlt in einem Abschnitt ein Trottoir. Das sei gefährlich, sagen Anwohner. Die Gemeinde relativiert.

Mit dem Verkehr ist es wie mit fliessendem Wasser. Stösst es auf ein Hindernis, versucht es, den Störenfried zu umfliessen.

Beim Verkehr nennt man dieses Phänomen Schleichverkehr. Davon kann manch ein Fricker Quartierbewohner ein Liedchen singen. Besonders in der Rushhour. Denn dann ist die Hauptstrasse, die täglich über 15'000 Fahrzeuge schlucken muss, am Anschlag. Beliebte Ausweichstrecken sind Gänsacker, Widengasse und Bahnhofstrasse.

Manch ein Automobilist nimmt sogar einen noch weiteren Umweg in Kauf, frei nach dem Motto: Egal, wie weit – Hauptsache es rollt konstant. In diese Kategorie fällt der Juraweg, wie mehrere Anwohner berichten. Sie ärgert dieser Schleichverkehr – und sie ärgert vor allem, dass er alles andere als schleicht.

«Keine objektiven Anzeichen»

Gemeindeschreiber Michael Widmer weiss, dass der Juraweg von einigen Automobilisten als Schleichweg benutzt wird, relativiert allerdings: «Es gibt keine objektiven Anzeichen, dass der Juraweg viel Schleichverkehr aufnehmen müsste.» Bislang seien weder bei der Regionalpolizei noch der Gemeindeverwaltung Meldungen über übermässigen Verkehr auf dieser Route eingegangen.

«Eine gewisse Gefahr dürfte auf diesem Abschnitt tatsächlich vorhanden sein»: Michael Widmer, Gemeindeschreiber von Frick.

«Eine gewisse Gefahr dürfte auf diesem Abschnitt tatsächlich vorhanden sein»: Michael Widmer, Gemeindeschreiber von Frick.

Die «Juraweg-Saison» steht allerdings erst bevor; sie ist eng mit der Saison des Freibades verknüpft. «Das Vitamare Freizeitzentrum dürfte vom Benkental als auch direkt von Gipf-Oberfrick über den Juraweg direkt angefahren werden», räumt Widmer ein. Und zwar nicht nur von Automobilisten; auch Fussgänger und Velofahrer aus Gipf-Oberfrick nutzen den Juraweg, um zum Schwimmbad zu gelangen.

Hier setzt die Kritik einiger Anwohner an. Denn der Juraweg ist auf einer Länge von rund 200 Metern schmal; ein Trottoir fehlt. Auf Facebook spricht eine Frickerin von «der Strasse mit den drei Kategorien»: Für die Privilegierten, für die Schikanierten, für die Vergessenen. Erstere, in der unmittelbaren Nähe zur Badi, haben ein breites Trottoir. Zweite haben ein etwas schmäleres Trottoir. Zudem sorgen hier Baumnischen dafür, dass der Verkehr langsamer rollt. Dritte haben – nichts. «Wenn die Badesaison beginnt, sind wieder vermehrt Kinder von Gipf-Oberfrick zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs zur Badi, und dann birgt genau dieser schmale Abschnitt, ohne Trottoir, grosse Gefahren», ist die Anwohnerin überzeugt.

Grasnarbe als Gehweg

«Eine gewisse Gefahr dürfte auf diesem Abschnitt tatsächlich vorhanden sein», räumt Widmer ein. «Allerdings besteht die Möglichkeit, auf der Grasnarbe neben der Fahrbahn zu gehen.» Geplant sind derzeit keine Massnahmen.

Ob ein Ausbau der Strasse die Situation verbessern würde, stellt Widmer zumindest infrage. «Breite Strassen mit Gehwegen animieren in der Regel zu schnellem Fahren, was es zu vermeiden gilt.» Quartierstrassen mit eher geringen Verkehrsfrequenzen würden deshalb heute in aller Regel im Mischverkehr geplant. Ein Facebook-User sieht das ähnlich. «Soll man den Schleichweg ausbauen, damit noch mehr Leute durch das Quartier fahren?», kommentiert er den Drei-Kategorien-Trottoir-Beitrag.

Radikale Lösung

Ein zweiter, radikaler Lösungsansatz wäre es, das «Bahn-Brüggli» am Juraweg für den motorisierten Verkehr zu sperren. Das stand bereits einmal zur Diskussion. Nach heftigen Protesten aus Gipf-Oberfrick liess man den Plan wieder fallen.

Eine dritte Variante, um den Verkehr zu beruhigen, wäre Tempo 30. Der Juraweg war 2012 Teil einer grossflächigen Tempo-30-Zone, die von den Schulanlagen im Ebnet über den Rain und das Schwimmbad bis hin zum Kreisel im Oberdorf reichte. Die Fricker lehnten das Projekt an der Urne wuchtig mit 857:360 Stimmen ab.

Dass damit nicht aller Tempo-30-Tage Abend ist, zeigt das Beispiel Gänsacker/Kirchmattweg. Das Quartier war 2012 ebenfalls Teil des Tempo-30-Perimeters – und soll nun doch noch Tempo 30 bekommen. Ein entsprechendes Gesuch liegt noch bis am 30. April auf.
Dies sei auch andernorts möglich, sagt Widmer. «Wo Quartierbewohner mit einer gemeinsamen Eingabe bei der Gemeinde dokumentieren, dass sie eine Verkehrsberuhigung wünschen, prüft der Gemeinderat eine solche gerne.»

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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