Sulz
Trotz der Klatsche für die Nati: «Endlich war das Fussballfieber zu spüren»

Nur wenige Besucherinnen und Besucher wollten sich bisher die EM-Spiele im Public Viewing im Laufenburger Ortsteil Sulz ansehen – bis zum Mittwochabend mit dem Knaller der Nati gegen Italien. Während die Schweizer Mannschaft enttäuschte, durften sich die Public-Viewing-Organisatoren erstmals über ein fast volles Haus freuen – jetzt hoffen sie auf mehr.

Nadine Böni
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Das Team der Swiss Bar, Veranstalter des Public Viewings in Sulz: (von links) Beat Eichenberger, Ramona Deiss und Beat Senn.

Das Team der Swiss Bar, Veranstalter des Public Viewings in Sulz: (von links) Beat Eichenberger, Ramona Deiss und Beat Senn.

Dennis Kalt /
Aargauer Zeitung

Dem Public Viewing im Laufenburger Ortsteil Sulz und der Schweizer Nati ging es in den vergangenen Tagen ungefähr gleich: Beide nämlich haben einen ziemlich harzigen Start in die Europameisterschaft hingelegt. Die Nati mit dem Unentschieden gegen Wales und der Klatsche gegen Italien – das Public Viewing mit jeweils nur spärlich besuchten Spielübertragungen.

Der Mittwochabend nun könnte ein Wendepunkt darstellen, zumindest für die Organisatoren des Public Viewings. Denn: Sie durften sich erstmals seit Start des Turniers vor einer Woche über ein fast volles Haus freuen. Ramona Deiss von Swiss Bar, der Veranstalterin des Events, sagt:

«Es waren knapp 300 Fans auf dem Platz. Die Stimmung war, trotz der Niederlage, sehr ausgelassen und fröhlich.»
Am Mittwochabend fieberten in Sulz fast 300 Fans mit der Schweizer Nati mit.

Am Mittwochabend fieberten in Sulz fast 300 Fans mit der Schweizer Nati mit.

Dennis Kalt /
Aargauer Zeitung

Zuvor hatten die meisten Spiele nur spärlich Besucherinnen und Besucher angezogen, mit wenigen Ausnahmen: dem Spiel der Nati gegen Wales oder dem ersten Topspiel der EM, Deutschland gegen Frankreich. «Entgegen anderen Jahren schien die Fussballeuphorie bisher nicht so gross zu sein», sagt Deiss.

Mit zögerlichem Start gerechnet

Komplett überraschend kommt der zögerliche Start für die Organisatoren derweil nicht. Deiss erklärt:

«Es war uns von Anfang an bewusst, dass der Erfolg auch davon abhängig ist, inwiefern die Menschen noch Respekt haben nach Monaten der Pandemie.»

Als vor einigen Wochen eine Gruppe Jugendlicher das Sulzer Party-, Event- und Cateringunternehmen Swiss Bar anfragten, ob es zu EM nicht etwas auf die Beine stellen wolle, sei trotzdem schnell klar gewesen: «Wir machen das. Auch, um dem gesellschaftlichen Leben nach diesen schwierigen Monaten wieder einen Anstoss zu geben», wie Deiss sagt.

Schutzkonzept wird gut umgesetzt

Dazu gehört natürlich ein Schutzkonzept. Die Anzahl Plätze an den Tischen ist – mit einer Ausnahme für Familien – auf sechs Personen begrenzt. Ausser beim Sitzen an den Tischen herrscht Maskenpflicht und Besucherinnen und Besucher werden registriert. Die Organisatoren machen jeweils über Lautsprecher-Durchsagen auf die geltenden Regeln aufmerksam. Mehr brauche es nicht, sagt Deiss und fügt an:

«Die Leute kennen die Massnahmen und haben sich bereits daran gewöhnt.»

Ermahnungen hätten sie noch keine aussprechen müssen und auch die Polizeibeamten, die sich bereits mehrmals ein Bild der Situation vor Ort machten, hätten jeweils nichts zu beanstanden gehabt, sagt Deiss.

Hoffen auf viele schöne Fussballabende

Die Organisatoren hoffen nun, dass der Mittwochabend der Anpfiff war für eine ganze Reihe toller Fussballabende, auch wenn zumindest am Mittwoch am Ende nur die Fans der Azzurri etwas zu jubeln hatten. Ramona Deiss sagt:

«Endlich war das Fussballfieber zu spüren. Das war ein Stück Normalität.»

Geht es nach den Organisatoren, darf es so weitergehen. Sie hoffen dabei vor allem auf den Sonntag mit dem entscheidenden Spiel der Nati gegen die Türkei sowie die K.o.-Phase des Turniers – «hoffentlich auch mit weiteren Spielen der Nati», sagt Deiss mit einem Lachen.

Public Viewing in Sulz

Das Public Viewing im Laufenburger Ortsteil Sulz findet auf dem Spielplatz hinter der Turnhalle statt. Es sind maximal 300 Besucherinnen und Besucher zugelassen. Die Spiele werden auf einem 2,4 mal 4 Meter grossen LED-Screen gezeigt.

Das Public Viewing ist an sämtlichen Spieltagen jeweils ab 17.30 Uhr geöffnet. Jeweils freitags wird bereits ab 16 Uhr ein Feierabendbier angeboten. Ebenfalls freitags gibt es die bekannten «Eichis Güggeli».