Holzheizkraftwerk Kaiseraugst

Streit um das Holzheizkraftwerk in Kaiseraugst

Gegen das Holzheizkraftwerk, das die Axpo in Kaiseraugst bauen will, hat sich nun die «IG Holzheizkraftwerk» formiert. Zuvor hatten schon Einsprachen Zweifel an dem Vorhaben geäussert.

Die Axpo will in Kaiseraugst ein Holzheizkraftwerk bauen. Dieses soll Energie für 2200 Haushalte aus erneuerbarer Quelle liefern. Mit der Abwärme sollen 4100 Haushalte heizen können. Ziel ist, das Holz für das Kraftwerk nicht extra zu schlagen, sondern am Ende seines Lebenszyklus nachhaltig und sinnvoll zu nutzen.

Schon 2009 hat die Axpo mit dem Gemeinderat das Projekt vorgestellt. In diesem Frühjahr wird das Baugesuch einge reicht. Doch nun regt sich Widerstand.

Neu gegründete IG leistet Wiederstand

Zum einen wäre da die neu gegründete «IG Holzheizkraftwerk», die aus einer Gruppe von Einsprechenden besteht und sich gegen die Pläne der Axpo zur Wehr setzt. Sie sei nicht prinzipiell gegen erneuerbare Energien, hält die IG in einer Medienmitteilung fest, doch wolle sie, dass diese Energien nach ökologischen Kriterien nachhaltig für die nächsten 30 Jahre erstellt werden. Sie pocht darauf, dass die Konsequenzen für die Umwelt im Vorfeld klar seien.

Sie bemängelt, dass das Kraftwerk grosse Mengen «lungengängigen», also Krebserregenden Feinstaub ausstossen wird. Zudem werde beim Kaminaustritt auf einer Höhe von 58 Metern ein Lärm von 85 Dezibel Lärm erzeugt. Auch argumentieren sie, dass aufgrund der Luftströmungen über Kaiseraugst die Verbrennungsschadstoffe und der Lärm über das ganze Wohngebiet verteilt würden.

Kaiseraugst schon heute mit (zu)viel Lärm

Weiterer Wiederstand kommt von den Einsprechern. Sie verlangen eine Standortbestimmung zur aktuellen Luft- und Lärmbelastung. Sie argumentieren, dass schon jetzt Firmen wie beispielsweise der Futtermittelhersteller «Provimi Kliba» oder der Schrottrecycler «Thommen» viel Lärm und Feinstaub produzieren würden. Eine Immissionskarte des Kantons Aargau zeige, dass die Luftbelastung in Kaiseraugst am höchsten von allen Fricktaler Gemeinden sei -mehr noch: sie befinde sich über dem Grenzwert. Dies alles führe dazu, dass schon heute die Lärmbelastung in Wohnsiedlungen wie der Liebrüti sehr hoch seien.

Die Axpo kontert

Ein Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) zuhanden des Kantons sei erstellt worden, entgegnet die Axpo, dieser behandle sämtliche Umweltauswirkungen und habe gezeigt, dass die Anforderungen der Umweltschutzgebung während dem Bau und dem Betrieb der Anlage erfüllt würden. Dies aber geht den Einsprechern zuwenig weit: Sie befürchten, dass nicht genügend Holz zur Verfügung stehen wird und dass die so entstehende Versorgungslücke mit der Verbrennung von Heizöl abgedeckt wird. Ebenso befürchten sie einen grossen Verkehrsaufwand, um das Altholz herbeizuführen.
Dem wiederspricht die Axpo: Ein Viertel des Holzes könne lokal beschafft werden, der Rest sei aus der Region. Zudem würden in der Schweiz pro Jahr rund 700'000 Tonnen Altholz, zwei Millionen Tonnen Energieholz und mehrere Hunderttausend Tonnen Grünschnitt anfallen. Damit liessen sich mehrere Holzkraftwerke speisen, ansonsten das Holz nutzlos entsorgt würde. Heizöl müsse nur sporadisch eingesetzt werden.

Weiter führt die Axpo aus, dass pro Tag nur 13 zusätzliche Fahrten anfallen würden, was sich Rahmen bewegen würde, verglichen zu den rund 10'000 Fahrten pro Tag auf der Kantonsstrasse nebenan. Zudem sei diese Zahl infrage zu stellen, da man ja fossile Energien ersetze, die wiederum mit Lastwagen transportiert würden. Die Einsprecher halten dagegen, dass zwischen Brennholz aus dem Wald und Altholz zu unterscheiden sei, denn dieses sei zum Teil Bauschuttabfall und daher stark mit Chemikalien belastet. Die Einsprecher verlangen daher, dass die Axpo einen speziellen Filter einsetzen, zudem müsste sie garantieren, dass keine Mehrbelastung entsteht, weder durch Lärm noch durch Feinstaub.

Hoffen auf Konens

Letzten Endes bleibt den Initianten nur zu hoffen, dass sich schliesslich die Einsprecher und die IG einverstanden erklären. Kürzlich war ein ähnliches Projekt in Bischofszell am Widerstand der Bevölkerung gescheitert, zuvor war die Axpo bereits in Würenlingen gescheitert. (dme)

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