Kaiseraugst

Steuerfuss soll gesenkt werden: Die Gemeinde mausert sich zur Steueroase

Die wirtschaftliche Lage von Kaiseraugst gibt Präsidentin Françoise Moser Grund zur Freude.

Die wirtschaftliche Lage von Kaiseraugst gibt Präsidentin Françoise Moser Grund zur Freude.

Das Vermögen wächst und wächst: Der Steuerfuss soll nun erneut gesenkt werden – um 5 auf 65 Prozent

Grosskonzerne wie Roche und DSM lassen seit Jahren die Steuereinnahmen von Kaiseraugst ordentlich sprudeln. Nicht von ungefähr hat sie mit 70 Prozent den tiefsten Steuerfuss der Fricktaler Gemeinden. Ab dem nächsten Jahr soll das Portemonnaie der Einwohner noch mehr geschont werden. So beantragt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 25. November eine Steuerfusssenkung um 5 Prozentpunkte – bereits vor einem Jahr stimmte der Souverän einer Steuerfusssenkung um elf Prozentpunkte auf 70 Prozent zu.

Grund für die Senkung sind die Ertragsüberschüsse, welche die Gemeinde in den letzten Jahren mehrheitlich erzielte. Etwa verbuchte die Gemeinde im Jahr 2019 einen Überschuss von rund 6,8 Millionen Franken. «Und auch in diesem Jahr ist wiederum mit einem deutlich besseren Ergebnis als budgetiert zu rechnen», sagte Gemeindepräsidentin Françoise Moser an einer Medienorientierung gestern Nachmittag. «Das Eigenkapital aus Überschüssen ist inzwischen auf rund 27 Millionen Franken angewachsen.»

Moser verhehlt nicht, dass aufgrund der Covid-19-Pnademie eine schwierige wirtschaftliche Ausgangslage herrsche. Doch könne man wieder auf einen guten Geschäftsgang der wirtschaftsstarken Unternehmen aus der Pharma- und Life-­Science-Branche setzen. Konkret plant der Gemeinderat für das Jahr 2021 mit Einnahmen von 6,6 Millionen Franken aus Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen – einem Plus von 600'000 Franken gegenüber dem Budget 2020.

Negative Auswirkungen auf die Rechnung erwartet

Trotzdem, so Moser, heisst es, in der Finanzplanung wachsam zu sein, denn: «Die Zukunftsaussichten sind schwierig. Kurzarbeit, Konkurse aber auch die demografische Entwicklung – Mehrkosten im Alter – werden sich auf die Rechnung auswirken. Trotzdem wolle man – nicht zuletzt wegen des hohen Eigenkapitals – den allfälligen neuen Steuerfuss von 65 Prozent ab 2021 für die kommen drei Jahre in Betracht ziehen.»

Neben der Steuerfusssenkung stehen an der Versammlung zwei Kreditbegehren auf der Traktandenliste. 265'000 Franken beantragt der Gemeinderat für die Erstellung eines Spielplatzes inklusive jährlich wiederkehrenden Kosten in Höhe von 1500 Franken für Unterhalt und Instandhaltung. Die Gemeinde will den Kindergarten, der öffentlich zugänglich ist, mit dem Bezug des neuen Doppelkindergartens per Beginn des kommenden Schuljahres fertigstellen.

Für das Klassenmusizieren in den Schuljahren 2021/22 bis 2026/27 stimmt der Souverän über einen Kredit in Höhe von 219000 Franken ab. «Wir wollen in Ukulelen und Percussions investieren», so Moser. Mit dem Angebot soll das Klassenmusizieren – bisher mit Streich- und Blasinstrumenten – erweitert und zu einem unterstützenden Element des Musikunterrichts werden. «Es ist wichtig, dass Kinder einen Zugang zu Musik haben und zusammen etwas auf die Beine stellen können», sagt Moser.

Zudem stimmt der Souverän über einen neuen Vertrag mit dem Spitex-Verein Kaiseraugst ab. Vereinbarung sieht vor, dass sich die Gemeinde für das Jahr 2021 mit einem Zuschlag von 18 Prozent am Kostensatz der Spitex pro Leistungseinheit beteiligt.

Zum Schluss informierte Moser darüber, dass sie eine Baubewilligung mit Auflagen für das «Domus»-Projekt im Januar oder Februar des nächsten Jahres für möglich hält.

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