Seit 1952 beobachten zwei aufmerksame Adler im damals neu eingeführten Wittnauer Wappen mit wachem Blick das Geschehen in der Gemeinde. Was diese Vögel so erspähen, ist seit Gründung der Dorfchronik «Adlerauge» 1988 – damals unter Federführung von Karl Schmid-Schwarz – in den Jahresschriften nachzulesen.

Teamleiter Helmut Steffen stellte am Wochenende mit seinem Kollektiv die bereits 31. Ausgabe der Dorfchronik vor. Hauptthema diesmal ist «Unser täglich Brot». Dass in Zeiten von Tiefkühlteiglingen und Aufbackwecken Welten liegen zum frisch gebackenen, appetitlich duftenden Holzofenbrot, davon konnten sich die Besucher an diesen Abend direkt überzeugen. Sechs Hobbybäckerinnen und -bäcker aus Wittnau boten köstliche Proben ihres Selbstgebackenen an.

Alle Rezepte werden verraten

Auf der Spurensuche in den privaten Brotstuben der Gemeinde bei Anton Müller, Regine Fekete, Peter Liechti, Renate Dätwyler, Gertrud Häseli und Jürg Müller entstanden Geschichten, die beim Lesen grosse Lust machen, selbst wieder einmal im Bachtrog zu kneten. Alle Rezepte dazu werden in der neuen Ausgabe der Dorfchronik verraten. Sogar ein uraltes aus dem 17. Jahrhundert ist dabei, aber keinesfalls zum Nachmachen empfohlen. Denn hier handelt es sich um vergiftete Brötchen gegen lästige Mäuse.

Liebevoll porträtiert in der Dorfchronik ist Weltenbummler und Tausendsassa Anton Josef Brogli-Brogle, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Schon in ganz jungen Jahren war er für seinen Arbeitgeber in Galicien und Brasilien unterwegs. Sein Leitmotiv von damals «Ich möchte etwas von der Welt sehen» gilt bis heute. Aber auch daheim wollte er etwas bewegen. Nicht nur in einem Verein war er aktiv, sondern in sieben (nacheinander), oft im Vorstand. Und auch im Kommunalbereich brachte er sich ein.

Vom Chor bis zum Rollhockey

Ein Interview mit dem Gründer des bekannten Fricktaler Kammerchors Urs Stäuble gibt Auskunft über die Gründung des Chors vor 50 Jahren, über musikalische Sternstunden sowie zum allerletzten Konzert 2018 in Frick.

Die herrlich gelegene Wallfahrtsstätte auf dem Buschberg konnte im vergangenen Jahr gleich zwei runde Jubiläen feiern. 1668 erlebte der Kienberger Müller Benedict Marti dort ein Mirakel beim Transport eines schweren Mühlsteins. Als Dank liess er ein Kreuz errichten. 200 Jahre später wurde für die Pilger eine kleine Kapelle errichtet. Alles das wird sehr spannend erzählt.

Weiter ist einiges zu erfahren über die schöne Tradition der Adventsfenster, über die Schweizer Meisterin Janica Böhler im Rollhockey, über das immens vielfältige Vereinsleben sowie natürlich alle Neuigkeiten aus der Kirchgemeinde, aus der Schule und aus der Ratsstube.

Die 31. Ausgabe der Dorfchronik «Adlerauge» ist zu erwerben im Volg-Laden, im Gasthof Krone sowie in der Gemeindekanzlei.