Landungsboote mit mehr als 130'000 Soldaten, über 20'000 Fallschirmspringer, unzählige Panzer, Flugzeuge und Kanonen: D-Day, 6. Juni 1944. Die gewaltige Armada der alliierten Truppen landete an der französischen Atlantikküste und nahm den Kampf gegen Hitlers Armee auf. Am Freitag waren es genau 70 Jahre seit der Invasion in der Normandie. Im Rahmen seines Armeefahrzeugtreffens von diesem Wochenende führte am Freitagabend der D-Day-Verein Sisseln eine Gedenkfeier durch.

Erinnerung an die vielen Opfer

Vereins- und OK-Präsident Peter Kneubühl aus Sisseln begrüsste eine stattliche Anzahl Gäste und Camp-Teilnehmer auf der Grossmatt zur Erinnerung an den D-Day. Er erinnerte an die Geschehnisse an den Stränden des Atlantikwalls und an die Abertausenden Toten unter den gelandeten Truppen, die dem gegnerischen Sperrfeuer zum Opfer gefallen waren. «Wir vom D-Day-Verein Sisseln sind der Meinung, dass es richtig ist, auch in der Schweiz einen Gedenkanlass durchzuführen. Denn bei uns sind viele grosse Opfer gebracht worden in jener Zeit. Es soll daran erinnert werden, dass in Europa nun seit 70 Jahren Frieden herrscht.»

D-Day-Gedenkfeier in Sisseln

D-Day-Gedenkfeier in Sisseln

«Kameraden und Kameradinnen. Es freut mich, dass Ihr da seid. In Uniformen in alten Zeiten. Wir gedenken des D-Days», sprach der Sissler Pfarrer Karl Ries in der Uniform des Feldpredigers. «Wenn ich jetzt ein paar fromme Worte verliere, so ist das nicht als Siegesfeier gedacht, sondern als ein Gedenken an die vielen, vielen Toten, die es auf beiden Seiten, bei allen Kriegsparteien, gegeben hat. Da macht man keinen Unterschied. Viel Elend gab es auch nebenbei, bei den Überlebenden und unter den Angehörigen der Gefallenen. Wir können gar nicht erfassen, was damals alles geschehen ist. Ein Krieg, der unglaublich viele Opfer gefordert hat. Ein Krieg von damals, ein Krieg von früher, und wir haben immer noch Kriege in der heutigen Welt. Wenn man an all die Not denkt, muss ich immer wieder die Frage hören, weshalb Gott das zulässt. Dabei ist die Frage falsch gestellt. Sie müsste lauten: Wie können Menschen einander so etwas antun? Wir können die Schuld nicht einfach an Gott abschieben. Wir können jetzt gut sagen, wir sind in der Schweiz, wir haben keinen Krieg gehabt, sind verschont geblieben und unschuldig. Aber als Mensch tragen alle eine gewisse Mitverantwortung am Geschehen in der Welt», hielt der Feldprediger weiter fest.

Ehrenwache und Musik

«Der Gemeinderat freut sich sehr, Gastgeber zu sein für einen solch guten Anlass. Es ist wichtig, an damals zu erinnern. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs war bei uns am Rhein, in Sisseln, die Grenzbesetzung ein aktuelles Thema. Im Dorf war von der Grenzbrigade die Füsilier-Kompanie 1/256 stationiert. Ihr Auftrag war die Bewachung und Überwachung der Grenzübergänge in Stein und in Laufenburg», sagte Vizeammann Urs Schmid an der Gedenkfeier, die von einer Ehrenwache begleitet und von der Musikgesellschaft Eiken sowie einem Dudelsackbläser musikalisch umrahmt wurde.

Das Treffen geht am Samstag unter anderem weiter mit der Fahrzeugausstellung und einem Convoy: Abfahrt ist um 14.30 Uhr beim Camp in der Grossmatt.