Laufenburg

Seit 35 Jahren schneidet er in Laufenburg Haare – und noch nie war der Salon so lange zu

Giuseppe «Pino» Sciammacca und sein Team dürfen einen Monat keine Kunden im Salon bedienen.

Giuseppe «Pino» Sciammacca und sein Team dürfen einen Monat keine Kunden im Salon bedienen.

Coiffeur Pino Sciammacca hat Verständnis für die Massnahmen – Sorgen hat er dennoch.

Seit 35 Jahren führt Giuseppe «Pino» Sciammacca in Laufenburg einen Coiffeur-Salon. In all den Jahren hatte er nie über längere Zeit geschlossen – nun sorgt das Corona-Virus für eine mindestens vierwöchige Schliessung des Salons. Neben dem ­Inhaber arbeiten dessen Tochter Vanessa Stäuble sowie Claudia Campagna und Leonora Januzaj im Salon beim Laufenburger Bahnhof. Gestern, am ersten Tag der vom Bundesrat angeordneten Schliessung, fand sich das Team nochmals im Salon ein.

«Wir haben alle Kunden angerufen und ihnen mitgeteilt, dass wir sicher bis am 19.April schliessen müssen», sagt Sciammacca. Auch wenn dies bereits aus den Medien bekannt gewesen sei, habe man sich persönlich melden wollen. «Und wir haben den Kunden auch gesagt, dass wir wieder anrufen, sobald wir den Salon wieder eröffnen dürfen.»

«Für zwei Monate ist der Lohn gesichert»

Bereits in der letzten Woche habe man gemerkt, dass Kunden – vor allem ältere Stammkunden – Termine abgesagt hätten. Ansonsten habe man noch stärker als sonst auf die Hygiene geachtet, um die Kunden und sich selbst zu schützen. «Sobald jemand hereingekommen ist, haben wir beispielsweise die Türgriffe desinfiziert», sagt ­Vanessa Stäuble.

Die Schliessung für einen Monat ist ohne Frage einschneidend für den Salon. Er habe gestern schon mit verschiedenen Ämtern telefoniert und Informationen eingeholt, sagt Giuseppe Sciammacca. «Und wir haben bereits Kurzarbeit beantragt.» Vorerst habe er seine Angestellten in die Zwangsferien geschickt. «Ich habe ihnen auch gesagt, dass der Lohn zwei ­Monate gesichert ist», so Sciammacca. Sollte die Schliessung länger dauern, werde es jedoch eng. «Ich hoffe und warte ­deshalb auch auf staatliche Unterstützung», so der Salon-­Inhaber.

Bei den Angestellten ist denn auch eine gewisse Verunsicherung spürbar. «Es herrscht eine Ungewissheit und es gibt derzeit keine Sicherheit», sagt etwa Claudia Campagna. Sie sei auf den Lohn angewiesen, um ihre Miete zu bezahlen. Vor allem herrsche aber auch Sorge um ältere Verwandte und Menschen mit Vorerkrankungen.

Verständnis für die ­Massnahmen

Und so zeigt das ganze Team bei aller Unsicherheit Verständnis für die einschneidenden bundesrätlichen Massnahmen. «Sie sind richtig und wichtig für die Gesundheit von uns allen», so Sciammacca. «Wichtig ist jetzt, dass sich alle daran halten.» Dies sei in den letzten Tagen noch nicht spürbar gewesen.

Und auch gestern habe man schon Anfragen für Hausbesuche erhalten. «Wir haben klar abgelehnt. Wir werden uns streng an die Vorschriften halten», sagt Sciammacca. In der Hoffnung, dass sie Wirkung zeigen, wenn dies alle machen und dass das «Coiffeur Pino»-Team bald wieder zum Telefonhörer greifen kann, um den Kunden mitzuteilen, dass der Salon wieder geöffnet hat.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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