Fricktal

Schwierige Suche nach neuen Wirten – Besitzer denken an Umnutzung

Das Restaurant Probstei in Laufenburg ist derzeit geschlossen – ein neuer Wirt für das Lokal ist laut Besitzer Guido Maier nicht in Sicht.

Das Restaurant Probstei in Laufenburg ist derzeit geschlossen – ein neuer Wirt für das Lokal ist laut Besitzer Guido Maier nicht in Sicht.

Mehrere Restaurants stehen seit Monaten leer. Die Suche nach neuen Wirten gestaltet sich schwierig. Zwar gibt es genügend Interessenten, diese sind aber oftmals nicht geeignet. Einige Besitzer denken angesichts der schwierigen Situation über eine Umnutzung nach.

Die Geschichte hat sich schon oft wiederholt. Ein Wirt verlässt ein Restaurant. Der Besitzer möchte dieses möglichst rasch wieder verpachten – und trotzdem bleibt es dann monate- oder sogar jahrelang geschlossen.

Im Fricktal gibt es gleich mehrere solcher Beispiele. Das «Castillo» in Laufenburg etwa, der «Hirschen» in Gipf-Oberfrick oder das «Gasthaus zum Engel» in Rheinfelden. Die Suche nach neuen Wirten gestaltet sich schwierig. Wobei sich im Gespräch mit mehreren Besitzern und Verpächtern von Restaurants im Fricktal vor allem ein Problem herauskristallisiert: Interessenten und Bewerber gibt es zwar, diese aber sind wohl nur selten wirklich geeignet oder qualifiziert, um ein Restaurant erfolgreich zu führen.

Die «Probstei» in Laufenburg ist seit dem Abgang der Wirtin im April ausgeschrieben. Anfangs seien einige Bewerbungen von Interessenten eingegangen. «Aber ihnen fehlten oftmals die finanziellen Mittel, um einen solchen Betrieb aufzubauen», sagt Besitzer Guido Maier.

Ein Problem, das auch Silvia Blaser kennt. Sie ist seit gut einem Jahr auf der Suche nach einem neuen Wirt für das «Castillo» in Laufenburg. Für die Herbstmesse am vergangenen Wochenende war es geöffnet. Das habe auch «super funktioniert», aber: Einen Wirt, der das Restaurant am Burgmatt-Platz definitiv übernimmt, hat Blaser noch nicht gefunden. Und das, obwohl sie in den vergangenen Monaten «viele Gespräche» geführt habe.

Hier sehen Sie, welche Restaurants im Aargau einen Wirts-, Pächter oder Besitzerwechsel hatten und welche neu eröffnet oder geschlossen wurden.

Umnutzung wird zum Thema

«Oft fehlt es den Bewerbern an Erfahrung im Gastro-Bereich oder an einem ausgeklügelten Konzept», sagt sie. Ihr Wunsch sei eine «langfristige Lösung». Ein Wirt, der das «Castillo» über mehrere Jahre erfolgreich führen könne. Sie glaubt weiterhin daran, dass sie diesen Wirt finden wird. Aktuell stehe sie wieder mit mehreren Interessenten in Verhandlungen. «Ob und wann es zu einem Abschluss kommt, ist aber noch offen», so Blaser.

Das gilt auch für die «Probstei». Derzeit lägen keine Bewerbungen mehr vor, sagt Guido Maier. «Das Ziel bleibt aber, die ‹Probstei› als Gastronomie-Betrieb zu erhalten», sagt Maier. Dafür ist er auch bereit zu investieren. «Mir ist klar, dass es in der ‹Probstei› einige Neuerungen braucht. Ich bin bereit, diese umzusetzen», sagt Maier. Aber: Dazu braucht er einen Wirt, der das Lokal danach erfolgreich zu führen vermag. Dass dies trotz Grenznähe möglich ist, glauben sowohl Blaser als auch Maier. «Es hat in Laufenburg sicherlich noch Potenzial für weitere Restaurants», sagen beide. Stimmen müssten das Konzept – und der Wirt müsse Herzblut haben.

Während eine definitive Umnutzung im «Castillo» und in der «Probstei» derzeit kein Thema ist, denkt Gerardo Pelosi genau darüber nach. Er ist Besitzer des ehemaligen «Gasthaus zum Engel» in Rheinfelden. Das Restaurant schloss im vergangenen Mai. Es folgten einige Bewerbungen, aber: «Überzeugt hat mich keine», sagt Pelosi. Derzeit arbeite man daher gemeinsam mit einem Architekten an der Zukunftsplanung für die Liegenschaft an der Brodlaube.

Optionen seien neben der Weiterführung als Gastrobetrieb auch eine Umnutzung des Restaurants oder zumindest eines Teils der Restaurant-Fläche. «Mit ein Grund für die Überlegungen ist sicherlich die schwierige Suche nach einem geeigneten Wirt», sagt Pelosi. Die Tendenz gehe deshalb in Richtung Umnutzung. «Aber ein Entscheid steht noch aus», betont er. Klar ist lediglich das: Bis feststeht, ob und wie es mit dem «Engel» weitergeht, bleibt das Restaurant zu.

«Rybürgli» bleibt geschlossen

Mit diesem Überlegungen steht Pelosi nicht alleine da. Auch andere Besitzer denken angesichts der schwierigen Situation in der Gastronomie über Umnutzungen oder einen Verkauf nach.

Beim Lokal an der Marktgasse etwa, wo bis vor einigen Monaten das Bistro «Pane e Amore e Fantasia» betrieben wurde, ist die Zukunft offen. Die AZ weiss: Das Konkursverfahren mit dem ehemaligen Wirt ist abgeschlossen, die Räumlichkeiten sind mittlerweile auf dem Portal eines Immobilienhändlers ausgeschrieben – als «Verkaufsfläche». Der Besitzer scheint also nicht auf eine Nutzung als Restaurant zu drängen. Die bestehende Theke «könnte stehen gelassen und genutzt werden», heisst es in der Ausschreibung. Muss aber nicht.

Das Restaurant Ryburg in Möhlin hingegen bleibt definitiv bis auf weiteres zu. Die Traditionsbeiz schloss im Sommer 2017 die Türen. Schon damals liess Besitzerin Edith Bürgin offen, ob es jemals wieder aufgehen wird – auch, weil es in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden sei, einen «guten und geeigneten Wirt» zu finden, so Bürgin damals.

Gut ein Jahr später tönt es nicht anders: «Es ist offen, wie es weitergehen soll», sagt Bürgin. Möglich ist, dass die Liegenschaft verkauft wird. Das Grundstück an der Riburgerstrasse umfasst inklusive Parkplatz über 2000 Quadratmeter Fläche. In Möhlin sind solche Bauplätze Mangelware – gerade an einer Lage mitten im Dorf. Ein Verkauf käme dem Ende der Traditionsbeiz gleich. Auch diese Geschichte hat sich schon oft wiederholt.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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