Schwaderloch gibt Gas: Die Gemeinde hat Olsberg überholt und ist neu die Gemeinde im Fricktal mit dem grössten Autoanteil. Dies zeigt die neue Motorfahrzeugstatistik, die diese Woche erschienen ist. 729,4 Personenwagen kommen danach in Schwaderloch auf 1000 Einwohner. Das sind zwar weniger als beispielsweise vor zwei Jahren. Da aber die Zahl der Fahrzeuge pro 1000 Einwohner auch in Olsberg zurückgegangen ist – von 754,9 auf 723,5 Autos –, reicht es dennoch für die Poleposition. Im Gesamtranking landet Schwaderloch auf Rang 14 der autoreichsten Gemeinden im Kanton. An der Spitze liegen Baldingen (817,1 pro 1000 Einwohner) und Schinznach-Bad (803,4).

Generell fällt auf: Je urbaner eine Gemeinde ist und je zentraler die Gemeinde liegt, desto tiefer ist ihr Autoanteil. So weist Rheinfelden mit 502,8 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner den klar tiefsten Wert im Fricktal auf. Etwas mehr Autos stehen in Kaiseraugst (543,5). Möhlin (569,1), Gipf-Oberfrick (579,3) und Frick (591,6) fahren als Nächste ins Ziel ein.
Rheinfelden schafft es damit haarscharf in die Aargauer Top 10 der Gemeinden mit der niedrigsten Autodichte. Angeführt wird die Wenig-Auto-Liste aber nicht etwa von Aarau oder Baden, sondern von Windisch mit 457,3 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner.
Höhere Fahrzeugdichte in Dörfern

Die Dynamik Land/Stadt spiegelt sich auch in den Bezirksergebnissen wider. Die niedrigste Fahrzeugdichte haben die Bezirke Baden und Aarau, auf Rang drei folgt mit 576 Autos pro 1000 Einwohner das untere Fricktal. Das obere Fricktal dagegen findet sich am anderen Ende der Bezirksskala: 634,5 Fahrzeuge kommen im Bezirk Laufenburg auf 1000 Einwohner. Nur gerade der Bezirk Kulm hat mit 635,6 Autos einen Hauch mehr Autos pro 1000 Einwohner.

Das Resultat erstaunt nicht, denn im urbanen Raum ist man weniger auf ein eigenes Auto angewiesen. Zum einen sind die Wege kürzer, zum anderen das Angebot dichter. Zudem locken Zentrumsgemeinden wie Frick oder Rheinfelden gerade auch Personen an, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit pendeln oder bewusst – sei es aus ökologischen oder ideellen Gründen – auf ein eigenes Auto verzichten und für ihren persönlichen Autobedarf gegebenenfalls auf Carsharing setzen.

Umgekehrt betrachtet ist die Autodichte in Gemeinden besonders hoch, die abgelegen liegen oder schlecht am öffentlichen Verkehr angeschlossen sind. Hier stehen nicht selten sogar zwei oder mehr Fahrzeuge in der Garage. In Olsberg beispielsweise sind 259 Autos registriert. Sie verteilen sich auf gut 300 Personen im fahrfähigen Alter. Auf jede fahrfähige Person kommen somit, rein statistisch gesehen, 0,84 Autos. Da aber zum einen einige Junglenker und Senioren, die in die 300 eingerechnet sind, kein Auto (mehr) besitzen, und zum anderen auf dem Land in der Regel zwei oder mehr Erwachsene pro Haushalt wohnen, liegt der Wert deutlich über einem Fahrzeug pro Haushalt.

Klar tiefer liegt der Wert in Rheinfelden. Hier verteilen sich die 6745 Fahrzeuge auf rund 11'000 Erwachsene. Auf jeden Erwachsenen kommen somit 0,6 Fahrzeuge.

Die absoluten Fahrzeugzahlen dagegen widerspiegeln, wenig verwunderlich, fast 1:1 die Gemeindegrössen. Mit 6745 Autos belegt Rheinfelden Platz 1, gefolgt von Möhlin (6262) und Frick (3226). Insgesamt sind im Bezirk Rheinfelden 27 429 Autos zugelassen; das untere Fricktal belegt damit Rang 7 in der Bezirksstatistik. Das Schlusslicht bildet in der Bezirksstatistik der Bezirk Laufenburg mit 20 527 Personenwagen.

2669 schnelle E-Bikes

Rechnet man auch die Kleinbusse und Nutzfahrzeuge hinzu, so kommt das Fricktal mit seinen rund 80'000 Einwohnern auf gesamthaft 53'139 Motorwagen. Damit steht jedes achte Fahrzeug, das im Aargau registriert ist, auf Fricktaler Boden.

Am ehesten auf einen Traktor fährt man in Mettauertal auf: Hier sind 228 landwirtschaftliche Motorfahrzeuge registriert – so viele wie in keiner anderen Fricktaler Gemeinde. Auf Platz 2 folgt – Möhlin mit 184 landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Am seltensten trifft man in Kaiseraugst (9), Sisseln (16) und Stein (19) auf Agrarfahrzeuge.

Der Faktor 20 liegt zwischen jener Gemeinde mit der höchsten und jener mit der tiefsten Motorraddichte. In Rheinfelden rattern 818 Motorradmotoren, in Olsberg sind es deren 42.
Im Trend liegen nach wie vor E-Bikes. Dies gilt sowohl für die langsamen wie die schnellen E-Bikes (Motorfahrräder), für die es ein Kontrollschild braucht. «Die seit 2009 beobachtete zunehmende Beliebtheit der Motorfahrräder hat auch 2018 angehalten», hält der Kanton in der eben erschienenen Motofahrzeugstatistik 2018 fest. «Der Bestand hat allerdings mit 7,7% etwas weniger stark als im Vorjahr (8,2%) zugenommen.» Im Bezirk Laufenburg sind aktuell 1142 Motorfahrräder registriert, im Bezirk Rheinfelden sind es deren 1527.