Schupfart
Flugzeug kollidiert mit einem Wildschwein-Blitzer: Untersuchungsbericht liegt vor

Im September 2018 kam es auf dem Flugplatz Schupfart zu einem Zwischenfall: Ein Flugzeug kollidierte vor dem Start mit einem Wildschreck-Gerät, das zur Abwehr von Wildschweinen aufgestellt worden war. Bei der Kollision entstand Sachschaden an Flugzeug und Wildschreck, der Pilot blieb unverletzt. Nun liegt der Untersuchungsbericht vor.

Nadine Böni
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Auf dem Flugplatz Schupfart kollidierte ein Flieger vor dem Start mit einem Wildschreck-Gerät.

Auf dem Flugplatz Schupfart kollidierte ein Flieger vor dem Start mit einem Wildschreck-Gerät.

Peter Rombach (15. Oktober 2013)

Ein dumpfer Schlag an der Tragfläche beendete den Flug, noch bevor der Flieger den Boden verlassen hatte: Auf dem Flugplatz Schupfart kam es am 8. September 2018, einem sonnigen Samstag, zu einem Unfall. Ein Flugzeug des Typs Christen A I «Husky» kollidierte vor dem Start mit einer Schutzvorrichtung gegen Wildschweine.

Das geht aus einem nun veröffentlichten Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust hervor. Sie stuft den Unfall demnach als «schweren Vorfall» ein – der Bericht sei verfasst worden mit dem Ziel, «dass aus dem vorliegenden Zwischenfall etwas gelernt werden kann.»

Wildschweine hatten Schäden verursacht

Auf den Pisten und Rollwegen war laut Bericht in den Monaten vor dem Unfall «diverser Schaden durch Wildschweine entstanden». Daher wurde eine Schutzvorrichtung in Form eines elektrischen Blitzgerätes auf einem Stab montiert.

Wer die Installation des Wildschrecks vorgenommen und das Gerät immer wieder verschoben hatte, konnte gemäss Bericht nicht geklärt werden.

Allerdings kam es bereits einige Tage vor dem untersuchten Zwischenfall zu einer Kollision eines Flugzeuges mit dem Gerät. Dies an anderer Stelle. Dabei entstand kein Sachschaden, da das Flugzeug mit einer Flügelstrebe den Wildschreck nur streifte. «Es fand anschliessend ein Gespräch zwischen dem Piloten und dem Platzwart statt, aber der Flugplatzchef wurde nicht kontaktiert», heisst es im Unfallbericht.

Sachschaden an Wildschreck und Flugzeug

Am Unfalltag war auf dem Flugplatz jeweils ein Schlepppilot am Vormittag sowie am Nachmittag eingeteilt. Zwischen den beiden Piloten fand kein Übergabebriefing statt. So stieg der Unfallpilot, ein zum Zeitpunkt 47 Jahre alter Schweizer, nach dem Betanken und der Vorflugkontrolle in den Flieger, der bereits in Pistenrichtung abgestellt war. Er liess den Motor an und wollte in Richtung Warteposition rollen. Im Bericht heisst es weiter:

«Nach ungefähr 50 Metern gab es einen dumpfen Schlag an der Tragfläche und der Pilot sah einen Gegenstand durch die Luft fliegen.»

Der Pilot hielt das Flugzeug sofort an und stellte den Motor ab. Er blieb beim Unfall unverletzt. Allerdings wurde der Propeller des Flugzeugs sowie die Tragflächenunterseite des Flugzeugs beschädigt und auch am Wildschreck entstand Sachschaden.

Mindestabstände wären vorgeschrieben

Die Sust verweist in ihrem Bericht auf die nationalen Richtlinien zu optischen Hilfen von unbefestigten Pisten und Rollwegen. Demnach sind Markierungen und Fahnen mit einer maximalen Höhe von 35 Zentimetern am Rand von Grasrollwegen und Graspisten erlaubt. Falls sich jedoch ein Objekt innerhalb des Rollweges befinde, seien Mindestabstände zwischen diesen und den Rollwegen vorgegeben, heisst es darin. Und:

«Die Hindernisfreiheit zwischen Objekten und Rollwegen ist in der nationalen Richtlinie klar vorgegeben, weshalb im vorliegenden Zwischenfall kein systemisches Defizit vorliegt.»

Der Pilot habe den Zusammenstoss kaum verhindern können: «Beim Rollen bis zur Kollision war das Erkennen des Hindernisses aus dem Cockpit kaum möglich gewesen.»