Frick

Sanierung des «Rebstocks» kam deutlich teurer als prognostiziert

Die Sanierung des «Rebstocks» kostete statt 1,27 gut 1,73 Millionen Franken. (Archivbild)

Die Sanierung des «Rebstocks» kostete statt 1,27 gut 1,73 Millionen Franken. (Archivbild)

Der Sanierungskredit wurde um 36 Prozent überschritten – die Gemeinde Frick muss die Flurwege sanieren.

Zu reden geben dürfte an der Gemeindeversammlung von heute Abend die Kreditabrechnung für den Umbau des «Rebstocks». Der Kredit von 1,27 Millionen Franken wurde um gut 460'000 Franken überschritten – also um mehr als ein Drittel. «Beim Kreditantrag im Juni 2016 war der Gemeinderat von einem besseren Zustand von Gebäude und Werkleitungen ausgegangen», heisst es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung.

Für eine ausreichende Kostengenauigkeit habe man damals auch mehrere Begehungen mit Handwerkern durchgeführt. «Dennoch kamen bei der Ausführung des Baus Mängel zutage, die zuvor nicht erkennbar ­gewesen seien. Für den Gemeinderat sei es zudem wichtig gewesen, das Restaurant rasch vermieten zu können, weshalb direkt ein Baukredit beantragt worden sei.

Flurwegsanierung kostet 4,73 Millionen Franken

Die Gemeinde Frick muss ihre Flurwege sanieren. Der Grossteil dieser Strassen, die ausserhalb des Baugebiets liegen, ­wurde in den 1940er- und 1950er-Jahren erstellt und weist zum Teil grössere Schäden auf. Bei einem Flurwegnetz von 16,9 Kilometern heisst das: Die ­Sanierung geht ins Geld. Die ­Gemeinde rechnet mit einem ­Finanzierungsbedarf von 4,73 Millionen Franken über die nächsten zehn Jahre verteilt. Saniert werden müssen 21 Wegabschnitte.

Gleichzeitig will der Gemeinderat auch das rund 40 Kilometer lange Drainagenetz auf seine Dichtheit hin untersuchen und den Sanierungsbedarf feststellen. Die Drainagen dienen der Entwässerung der landwirtschaftlichen Flächen. Für das Spülen der Leitungen und die Dokumentation von Drainagen und Schächten beantragt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung von heute Abend weitere 396'000 Franken, also insgesamt 5,126 Millionen Franken.

An diesen Kosten werden sich Bund und Kanton mit bis zu 54 Prozent beteiligen. Subventionsberechtigt sind dabei Strassen, die als Hofzufahrt und der Landwirtschaft dienen, und die Drainagesanierungen. Auch die Zustandsdokumentation der Drainageleitungen ist grundsätzlich subventionsberechtigt.

«Mit der Förderung von ­Meliorationen wie auch der Wiederinstandstellung dieser Infrastruktur bezwecken Bund und Kantone die wirtschaftliche Stärkung der Landwirtschaftsbetriebe», schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft zur ­Gemeindeversammlung.

Der Rahmenkredit gab auch bei den Parteiversammlungen zu reden. Die CVP beurteilt ihn in einer Stellungnahme als «sinnvoll», bei der FDP gab es kritische Stimmen. Den Unterhalt der Meliorationsanlagen erachtet die Partei zwar ebenfalls als richtig. «Mit Blick auf bereits ausgeführte Projekte im Fricktal kam aber die Sorge auf, dass hier ein übertriebener Perfektionismus betrieben würde.» Gemeindeammann Daniel Suter und Gemeinderat Eugen Voronkov hätten jedoch bekräftigt, dass der Gemeinderat auch hier das Wünschbare vom Nötigen trennen würde.

Die Stahlton Bauteile AG möchte ihr Areal im Stiereacker weiter entwickeln. Dazu sind Anpassungen an der Erschliessung erforderlich. Für die ­Projektierung beantragt der ­Gemeinderat einen Kredit über 304'000 Franken.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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