Bis Ende des Jahres will der Bürgermeister von Laufenburg Baden, Ulrich Krieger, die Planung für die ersten beiden Abschnitte des grenzüberschreitenden Uferwegs Laufenburger Acht vorlegen. «Wir denken, dass wir dann mit dem Entwurf des ersten Abschnitts zwischen Kraftwerk und Fischerhütte und mit dem Vorentwurf des Abschnitts bis zur Codman-Anlage in den Gemeinderat gehen können», sagte Krieger.

In den vergangenen Wochen war auf deutscher Seite immer wieder Kritik an dem rund 2,8  Millionen Euro teuren Projekt eines 6,6  Kilometer langen Rundwegs vom Kraftwerk bis zur Laufenbrücke geäussert worden. Zuletzt hatte im März in der Hauptversammlung des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) dessen Laufenburger Vorsitzende Martina Matt zu Acht erklärt: «Die gravierenden Einschnitte in die Natur zwischen der Codman-Anlage und dem Kraftwerk sind hinsichtlich des Naturschutzes so eigentlich nicht hinnehmbar.»

Weg dient den Einheimischen

Bürgermeister Krieger zeigt sich verwundert darüber. «Gravierende Einschnitte in die Natur» seien nicht beabsichtigt. «Weitgehend orientieren wir uns am Verlauf eines bereits bestehenden Wegs.» Nur zwischen CodmanAnlage und Fischerhütte müsse ein Weg erst geschaffen werden. Es würden auch keine Bäume in nennenswerter Zahl gefällt, so Krieger. «Ich kann natürlich nicht versprechen, dass jeder einzelne Baum stehen bleibt. Aber einen Kahlschlag wird es sicher nicht geben.» Vielmehr solle der Uferabschnitt zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage ja gerade weitgehend seinen bisherigen Charakter behalten. «Wir wollen Natur und Erholung in Einklang bringen.»

Krieger betonte, dass die Laufenburger Acht viel mehr als nur einen Wanderweg darstelle: «Das ist viel mehr als ein nur ein touristisches Projekt. Es soll vor allem den Einheimischen nützen.» Die Acht werde nicht nur die Menschen aus den beiden Laufenburg noch näher zusammenbringen, sondern auch die Altstadt und den Laufenpark. In den ersten beiden Bauabschnitten soll am deutschen Ufer der Fussweg zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage ausgebaut beziehungsweise das fehlende Wegstück gebaut werden – etwa durch einen Steg oder eine Hängebrücke. Bisher ist der Uferbereich des Rheins von der Altstadt her nur bis kurz hinter die Anlegestelle an der Codman-Anlage begehbar. Diese beiden ersten Bauabschnitte haben für Krieger «klare Priorität».

In den weiteren Abschnitten geht es vor allem darum, den bestehenden Rheinuferweg zu verbessern. Er endete bisher im Bereich der Laufenbrücke an einer langen, steilen Treppe. Ob der Weg unter der Brücke zur Codman-Anlage weitergeführt, ob an dieser Stelle ein Lift errichtet werden soll oder eine ganz andere Lösung gefunden werden kann, soll bei der Planung der weiteren Bauabschnitte geprüft werden. Auch Tausendfüssler und Laufenpark sollen eine direkte Verbindung erhalten – möglicherweise ebenfalls einen Lift.

Alte Idee wird umgesetzt

Auf Schweizer Seite sollen innerhalb des Projekts unter anderem der Uferweg im Bereich des Parkhauses verbessert und in der Badstube sanitäre Anlagen errichtet werden.

Den Wunsch nach einem grenzüberschreitenden Uferrundwanderweg gibt es in Laufenburg schon seit über 50 Jahren. Die Idee eines Fusswegs zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage ist sogar noch älter. Laut Franz Schwendemann wollte der Schwarzwaldverein Laufenburg bereits 1939 hier einen Wanderweg anlegen. Der Krieg habe dies aber verhindert.

Die Gesamtkosten der Laufenburger Acht werden auf rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt, davon 2,4 Millionen für Massnahmen am deutschen sowie 0,4 Millionen für Massnahmen am Schweizer Ufer. Die Europäische Union fördert das Projekt über das Interreg- Programm und trägt 60 Prozent der Kosten auf deutscher und 30 Prozent der Kosten auf Schweizer Seite. Die Laufenburger Acht soll bis 2021 fertiggestellt sein.