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Rochade, Umbau oder Neubau: Zeiningen braucht mehr Schulraum

Die Variante «Neubau» sieht ein zusätzliches Schulhaus bei der Schulanlage Brugglismatt vor.

Die Variante «Neubau» sieht ein zusätzliches Schulhaus bei der Schulanlage Brugglismatt vor.

Eine Analyse zu den Schulstandorten Brugglismatt und Mitteldorf ergab mehrere mögliche Lösungen. Gemeinderat, Schule und Arbeitsgruppe setzen auf die Variante Neubau – auch, weil so die Schule an einem Standort zentralisiert wird.

Zeiningen wächst. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Einwohner um gut acht Prozent gestiegen. Als Wohnort schätzen das Dorf dabei gerade auch Familien; mit einem Anteil von über 20 Prozent bei den unter 20-Jährigen gehört Zeiningen zu den jüngeren Gemeinden im Fricktal.

Das hat Folgen. Für den Schulraum. Ab Sommer besuchen 58 Kinder den ersten und zweiten Kindergarten. Die Gemeinde muss deshalb eine dritte Abteilung eröffnen, da pro Klasse maximal 25 Kinder erlaubt sind. Doch freien Schulraum gibt es nicht. Die Gemeinde löst das Problem, indem sie in diesen Tagen ein Provisorium für drei Jahre bei der Schulanlage Mitteldorf aufstellen lässt.

Eine langfristige Lösung ist das nicht. Zumal die Berechnungen zeigen, dass der Schulraumbedarf für Kindergarten und Primarschule hoch bleiben wird. So müssen 2023/24 wohl drei zusätzliche Klassen geführt werden.

Drei mögliche Lösungen

Die Gemeinde gab deshalb im Herbst 2019 eine Analyse zu den beiden Schulstandorten Brugglismatt und Mitteldorf in Auftrag. Diese liegt nun vor – und zeigt drei mögliche Lösungen auf.

Die kostengünstigste Variante ist die «Rochade». Hier gewinnt man Schulraum, indem man die vorhandenen Gebäude und Räume an den beiden Standorten anders nutzt und die Räume zum Teil auch verkleinert werden. «Die Zimmergrössen der Kindergartenräume wären am unteren Limit der kantonalen Richtlinien», heisst es in den Projektunterlagen. Die Kosten liegen bei 4,5 Millionen Franken. Darin eingerechnet ist eine dritte Turnhalle als Anbau an die Turnhalle Brugglismatt.

Bei der Variante «Umbau» wird die Mehrzweckhalle zu Schulräumen für den 1. Zyklus – das sind die beiden Kindergartenjahre und die ersten beiden Primarschuljahre – umgenutzt. Die verlorene Mehrzweckhalle würde mit einem Anbau an die Turnhalle Brugglismatt kompensiert. Kostenpunkt: 5,9 Millionen Franken.

Die Variante «Neubau» sieht ein zusätzliches Schulhaus bei der Schulanlage Brugglismatt vor. Auch hier ist ein Anbau der Mehrzweckhalle an die Turnhalle mit Bühne und Vereinsküche angedacht. Bei dieser Variante wird die Schule an einem Standort konzentriert, im Mitteldorf verbliebe nur noch die Bibliothek. Die Kosten belaufen sich auf 7,2 Millionen Franken.

Zusätzliche Variante mit Aufstockung wird berechnet

Zusätzlich wird derzeit die Variante «Aufstockung» des Schulhauses Brugglismatt geprüft. Das Schulhaus wurde beim Bau so konzipiert, dass dies möglich ist. Diese Option habe man bei der Vergabe des Auftrages nicht mehr auf dem Radar gehabt, sagt Gemeindepräsidentin Gisela Taufer. Bis Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen.

Das ändert nichts daran, dass alle – Arbeitsgruppe, Schule und Planungsbüro – sich einig sind: Die Variante 3, ob als Neubau oder als Aufstockung, ist die Zielführendste. Sie kommt bei der Bewertung auf 39 Punkte, die anderen Varianten auf 30 und 35. «Diese Variante ermöglicht, die Schule an einem Standort zusammenzuführen», sagt Taufer. So können Synergien über die Stufen hinweg genutzt werden. Zudem entfallen die Sanierungskosten im Mitteldorf. Sobald die Variante Aufstockung vorliegt, will sich die Arbeitsgruppe zwischen Neubau und Aufstockung entscheiden.

Auch finanziell ist die Variante Neubau gemäss Finanzplan tragbar – erst recht, wenn, wie angedacht, die Mehrzweckhalle im Mitteldorf verkauft wird. Auf 2,3 bis 3,4 Millionen Franken schätzt die Gemeinde den Erlös für Halle und Land. Vorstellen könnte sich Taufer hier Wohneinheiten, betreutes Wohnen oder auch ein stilles Gewerbe. Wie das Schulhaus im Mitteldorf genutzt wird, will der Gemeinderat im Sommer diskutieren. «Wir sind auf gutem Weg», bilanziert Taufer. Bis zum Schuljahr 2023/24 soll die neue Lösung realisiert sein. Nun sind zuerst einmal die Einwohner am Zug. Am 12. August findet eine Infoveranstaltung statt, am 1. September die verschobene Gemeindeversammlung. Hier soll der Souverän einen Planungskredit sprechen.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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