Frick

Quartierstrasse «Zwidellen» muss saniert werden – gibt es ein weiteres Tempo-30-Quartier?

Die Quartierstrasse «Zwidellen» soll saniert werden.

Die Quartierstrasse «Zwidellen» soll saniert werden.

Die Quartierstrasse «Zwidellen» muss neu erstellt werden. Nachdem ein Projektierungskredit im ersten Anlauf abgelehnt wurde, kommt der Gemeinderat nun ein zweites Mal – und hat diesmal die Anwohner mit an Bord.

Es ist der zweite Anlauf, den der Gemeinderat von Frick für die Erneuerung der «Zwidellen» nimmt. Bereits im November 2017 legte er dem Souverän einen Projektierungskredit vor. Diesen lehnten die Stimmberechtigten damals an der Gemeindeversammlung allerdings ab, nachdem sich Anwohner in Voten um den Quartiercharakter der Strasse gesorgt und Mehrverkehr befürchtet hatten.

Diese Befürchtungen waren verständlich, denn damals schien es, als ob auf dem noch unüberbauten Land am Ende der Sackgasse Mehrfamilienhäuser entstehen könnten. Zudem wollte der Gemeinderat die Fussgängerbrücke über den Bruggbach erneuern und danach für Notfallfahrzeuge freigegeben. Ein erster Schritt für die komplette Verkehrsfreigabe, befürchteten Anwohner.

Der Gemeinderat reagierte auf das Nein und setzte im letzten Sommer eine Arbeitsgruppe ein, der auch Anwohner und Grundeigentümer angehören. Und er hatte für die Arbeitsgruppe eine doppelt gute Nachricht: Auf den Ausbau der Fussgängerbrücke für Notfallfahrzeuge kann verzichtet werden, und «es zeigte sich, dass die Eigentümerin der am Ende der Strasse liegenden Grundstücke bereit ist, statt Mehrfamilienhäuser mehrere Einfamilienhäuser zu bauen», hält der Gemeinderat in der Botschaft an die Stimmberechtigten fest.

Mehrheitlich gut kam bei den Anwohnern auch an, dass der Gemeinderat in der «Zwidellen» eine weitere Tempo-30-Zone realisieren möchte. 70 Prozent der Anwohner befürworten dies – im Gegensatz zu einer Begegnungszone, in der Tempo 20 gilt, und in der die Fussgänger überall vortrittsberechtigt sind.

Und so legt der Gemeinderat morgen Freitag den zweiten Projektierungskredit über 304 000 Franken vor. «Das Projekt soll zusammen mit der Arbeitsgruppe partnerschaftlich erarbeitet werden», hält der Gemeinderat fest. Mehr noch: «Die Arbeitsgruppe soll auch die Ausführung begleiten.»

Ehemaliger Landwirtschaftsweg

Dass Handlungsbedarf besteht, bestreitet kaum jemand. Die Strasse ist ein ehemaliger Landwirtschaftsweg, der im Laufe der Zeit einfach mit einem Belag versehen wurde. Eine tragfähige Kofferung, Randabschlüsse und eine systematische Entwässerung fehlen deshalb. «Zudem können Fahrzeuge an etlichen Stellen nur kreuzen, indem sie auf private Vorplätze ausweichen», schreibt der Gemeinderat.

Die «Zwidellen», die zugleich ein wichtiger Schulweg und eine gern genutzte Fussgänger- und Veloverbindung vom Bahnhof ins Zentrum ist, soll auch in Zukunft eine Sackgasse bleiben und keinen Durchgangsverkehr aufnehmen müssen.

Da gleichzeitig ein neuer Schulweg geplant ist, der erst beim Feihalterbach in die «Zwidellen» einmündet und sie so entlastet, kann auch die Schulwegsicherheit erhöht werden. Eine Vereinbarung über ein entsprechendes öffentliches Wegrecht sei im Februar mit den betroffenen Grundeigentümern abgeschlossen worden, schreibt der Gemeinderat.

Geplant ist, «wo immer möglich», die Strasse innerhalb des bereits heute ausgeschiedenen Strassenraums zu belassen. «Der Charakter einer reinen Quartierstrasse wird damit erhalten», heisst es dazu in der Botschaft. Die baufällige Brücke soll durch eine Stahlbetonbrücke ersetzt werden.

Erstellt wird gleichzeitig mit dem Projekt der Beitragsplan, in dem die Aufteilung der Kosten zwischen Gemeinde und Grundeigentümern festgelegt wird. Der Gemeinderat plant, den Baukredit im nächsten Jahr beim Souverän zu holen. Die Realisierung dürfte ab 2021 erfolgen.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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