Herznach

Platz für rund 190 neue Einwohner im Baumgärtli – das weckt auch Kritik

Noch nicht zu Ende: Der Bauboom geht weiter.

Noch nicht zu Ende: Der Bauboom geht weiter.

71 Wohnungen sollen im Baumgärtli in Herznach entstehen. Kritiker finden das Projekt für das beschauliche Dorf für nicht angemessen.

Knapp 1600 Einwohner zählt die Gemeinde Herznach derzeit. In den kommenden Jahren dürfte sie deutlich wachsen. Im rund 1,3 Hektaren grossen Gebiet Baumgärtli nämlich soll eine Überbauung entstehen. Die Planungen für das Projekt laufen seit einiger Zeit. Sie wurden 2016 von der Schnetzler Immobilien AG in Kaisten angestossen. Sie ist Eigentümerin mehrerer Parzellen im Gebiet. Im letzten Jahr wurde bereits ein Mitwirkungsverfahren durch­geführt. Nun liegen die Ent­würfe des Gestaltungsplans sowie der Mitwirkungsbericht auf der Gemeindeverwaltung öffentlich auf.

Geplant sind demnach fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 71 Wohnungen. Je zur Hälfte sollen Miet- und Eigentumswohnungen entstehen mit Wohnungsgrössen von 2,5 bis 5,5 Zimmern. Es wird mit knapp 190 zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern gerechnet. Die Gebäude verfügen über drei Vollgeschosse und ein Attika­geschoss. Alle Gebäude sind ausserdem an eine gemeinsame Tiefgarage mit rund 110 Parkplätzen angeschlossen.

Im Mitwirkungsverfahren wurde auch Kritik laut

Das Vorhaben stösst in Herznach allerdings auf Widerstand. Die Interessengemeinschaft Oberherznach etwa kritisierte das Projekt in einem Beitrag im Mitwirkungsverfahren: «Für die ländliche Gemeinde Herznach ist das Projekt nicht angemessen. Mehrfamilienhäuser dieser Grösse integrieren sich nicht in das bestehende Einfamilienhausquartier, sie wirken wie Fremdkörper.» Unterzeichnet haben den Beitrag 155 Personen. Auch in weiteren Beiträgen wird die Dimension des Projekts kritisiert – und es wird hinterfragt, ob die Nachfrage für so viele neue Wohnungen bestehe.

Martin Schnetzler von der Schnetzler Immobilien AG weiss um diese Kritikpunkte. Ziel sei es nicht, Wohnraum auf Vorrat zu erstellen, betont er. Schnetzler kann sich deshalb eine Umsetzung in Etappen gut vorstellen. «Wir werden keinen Wohnraum auf Vorrat erstellen, sondern so bauen, dass der Markt das neue Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen aufnehmen kann», sagt er.

Unterlagen liegen auf

Sowohl für Schnetzler als auch für Gemeindeammann Thomas Treyer ist die Kritik zum jetzigen Zeitpunkt nicht verständlich. «Das Areal gehört zur Wohnzone W3, die dreigeschossige Bauten erlaubt. Der Zonenplan wurde einst von der Bevölkerung so genehmigt und auch vom Kanton akzeptiert», sagt Schnetzler. «Das nun in Frage zu stellen, ist für mich etwas befremdlich.» Das Projekt sei in jahrelangen Planungen mit diversen Fachstellen sowie in Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Kanton erstellt worden. Auch Treyer stellt klar: «Der Gestaltungsplanentwurf entspricht den kommunalen und kantonalen Vorgaben. Das Projekt ist zonenkonform. Der Gemeinderat steht hinter dem Vorhaben.»

Die Unterlagen zum Projekt liegen nun bis am 14. September auf. Thomas Treyer geht davon aus, dass es im Verfahren zu Einwendungen kommen wird. Davon wiederum hängt der weitere Zeitplan ab. Zu einem möglichen Termin für einen Baustart lasse sich deshalb derzeit noch nichts sagen, erklärt Martin Schnetzler. «Wir nehmen Schritt für Schritt.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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