Einige Kaisterinnen und Kaister mussten sich am Freitagabend etwas gedulden. Um 20 Uhr war die Einwohnergemeindeversammlung eigentlich terminiert – da aber lief in der Mehrzweckhalle noch die Diskussion der Ortsbürgerversammlung. Thema: die geplante Überbauung mit drei Mehrfamilienhäusern im Mitteldorf.

Traktandiert war der Antrag, dass die Ortsbürger eines der drei Häuser vom Investor kaufen. Während der Versammlung aber kam Kritik auf, vor allem am Kaufpreis von 3,6 Millionen Franken. Und prompt setzten sich am Ende die Gegner des Kaufs durch. Der Antrag wurde von den 78 anwesenden Ortsbürgern mit 38 Nein- zu 32 Ja-Stimmen abgewiesen.

Zeitnahe Realisierung?

Was das für das Projekt genau bedeutet, ist noch offen. Man habe im Vorfeld der Versammlung mit dem Investor, der JKB Immobilien AG aus Frick, zwar auch über ein negatives Resultat und die allfälligen Auswirkungen gesprochen, sagte Gemeinderat Oliver Brem nach dem Entscheid gegenüber der AZ. «Die Details aber müssen nun in weiteren Verhandlungen geklärt werden.» Als «wahrscheinlich» bezeichnete Brem, dass der Investor die Überbauung mit drei Gebäuden und Einstellhalle trotzdem zeitnah realisieren möchte. Die Baubewilligung dafür dürfte noch in diesem Jahr erteilt werden.

Interessieren dürfte weiter die Frage, was mit der eigentlich geplanten Begegnungszone im Mitteldorf passiert. Diese hätte im Rahmen der Realisierung der Gebäude von der Gemeinde umgesetzt werden sollen. Sie ist dazu im Besitz einer Teilfläche der «Gambrinus»-Parzelle. «Auch darüber werden wir mit dem Investor sprechen», sagt Brem. Einen Zeithorizont für die Verhandlungen konnte er direkt nach der Versammlung allerdings noch nicht nennen.

Mehr Parkplätze genehmigt

Im Anschluss an die Ortsbürgerversammlung – und mit einigen Minuten Verspätung – begann die Einwohnergmeind. Und im Gegensatz zu den Ortsbürgern gab es hier, wenn überhaupt, nur kurze Diskussionen.

Etwa zur Erweiterung der Parkplätze im Gebiet Boll. «Dass wir im Dorf wenig Parkplätze haben, ist allen bewusst», sagte der zuständige Gemeinderat Willy Burkhalter. Die Situation habe sich durch die neue Begegnungszone beim Schulhaus weiter verschärft – gerade bei grösseren Anlässen. Deshalb plant die Gemeinde auf einem Teil der Spielwiese im Boll rund 60 zusätzliche Parkfelder. Dazu wird auf dem Platz ein sogenannter Schotterrasen ausgelegt. Moniert wurde aus der Versammlung unter anderem, dass die Zufahrt zu diesen Parkfeldern ausgerechnet durch die Begegnungszone führt. Burkhalter entgegnete daraufhin, dass die Parkfelder wohl meist ausserhalb der Unterrichtszeiten – also am Abend und an Wochenenden – genützt würden. «Sie tangieren die Schülerinnen und Schüler also kaum.»

Die Versammlung stimmte dem Antrag des Gemeinderats schliesslich mit deutlicher Mehrheit zu. Auch sämtliche anderen Traktanden wurden genehmigt. Darunter der Verkauf des alten Kindergartens Brüel sowie das Budget mit einem unveränderten Steuerfuss von 105 Prozent.