Seit 2012 gibt es «mit.dabei-Fricktal» (mdF) als Modellvorhaben Periurban des Bundes in den vier Gemeinden Laufenburg, Mumpf, Rheinfelden und Stein unter der Trägerschaft der Anlaufstelle Integration Aargau (AIA). Die Finanzierung der 70-Prozent-Leitungsstelle durch Bund, Kanton und Gemeinden endet 2019. Die 50-prozentige Koordinationsstelle für alle 36 Fricktaler Gemeinden ist noch bis 2021 finanziert.

Nun soll das Angebot in eine nachhaltige Form überführt werden, wozu das Amt für Migration und Integration des Kantons 2018 die Fricktaler Gemeinden eingeladen hatte. Unter der Führung der Stadt Rheinfelden wurde von 16 Gemeinden ein Konzept zur Fortsetzung von «mit.dabei-Fricktal» erarbeitet. Sieben weitere Gemeinden haben angemeldet, das Konzept prüfen zu wollen.

Am Mittwoch fand eine Informationsveranstaltung statt. Von 36 eingeladenen Gemeinden hatten Vertreter aus 30 Gemeinden zugesagt, hielt Dominik Burkhardt, Stadtrat von Rheinfelden und Projektleiter mdF 2.0, fest. Er führte aus, dass die Geschäftsstelle in Rheinfelden verbleiben und nach Anzahl der sich beteiligenden Gemeinden mit zwei bis vier Mitarbeitenden besetzt werden solle. Ein Lenkungsausschuss mit Gemeindevertretern soll ebenso eingerichtet werden wie – bei einer grossen Anzahl von teilnehmenden Gemeinden – eine mdF-Versammlung.

Sandra Stamm, externe Projektleiterin, führte aus, dass bei 16 Gemeinden 170 Stellenprozente und bei 23 Gemeinden 240 Prozente finanziert werden müssten. Bei 16 Gemeinden wären das umgelegt 2.50 Franken pro Einwohner. Der Kanton würde den Lohn mit 60 Prozent bezuschussen. Burkhardt gab an, dass die AIA die Trägerschaft nicht fortsetze. Derzeit würden Gespräche mit dem Gemeindeverband Sozialbereiche Bezirk Rheinfelden geführt. Weiter führte Burkhardt aus, dass das Konzept nun zur Prüfung weitergeleitet und finalisiert werde, wenn feststeht, wie viele Gemeinden sich beteiligen. Die Steuerungsgruppe und der Kanton hofften auf Rückmeldung zu Gemeinderatsbeschlüssen bis Mitte Mai.

Breites Repertoire

Die Anlaufstelle deckt ein breites Leistungsrepertoire für verschiedene Zielgruppen ab. Frida Tapia, Leiterin von «mit.dabei-Fricktal», und Seline Keller, Koordinatorin der Freiwilligenarbeit im Asylbereich, stellten dar, dass «mit.dabei»-Anlaufstelle sei für alle Migranten sowie für Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollten. Neben gezielter Einzelberatung und Weitervermittlung unterstütze man auch den Aufbau neuer Projekte und führe Workshops und Begegnungsanlässe durch. Gemeinden und ihre Einrichtungen sind ebenso Zielgruppe, die von der fachlichen Beratung von «mit.dabei» bei neuen Projekten oder von den Schlüsselpersonen profitieren können. «Die Schlüsselpersonen sind Brückenbauer», sagte Tapia. Die Schlüsselpersonen können in 17 Sprachen bei Verständnisschwierigkeiten von Formularen oder unverbindlichen Übersetzungen helfen.