Herznach

Niemand wollte 2,5 Millionen zahlen: «Löwen»-Wirt bricht Suche ab – Geschäftsführerin managt nun

Marcel Suter hat eine Geschäftsführerin eingesetzt.

Marcel Suter hat eine Geschäftsführerin eingesetzt.

Restaurant-Besitzer Marcel Suter hat die Bemühungen, seinen «Löwen» zu verkaufen, aufgegeben. Etwa eineinhalb Jahre hat der 63-Jährige nach einem Käufer für den Herznacher Gasthof gesucht.

 Verkaufen wollte er ihn altershalber, «um den Ruhestand mit seiner Frau zu geniessen». Für das Abwickeln des Verkaufs hatte der Wirt eine Aargauer Immobilienfirma beauftragt.

Es habe zwar einige Bewerbungen gegeben, so Suter, «viele wollten aber den Preis zu fest nach unten drücken». 2,5 Millionen Franken wollte er für die Immobilie, 150000 Franken für das Inventar. Unter anderem erhielt er ein Angebot über 2,2 Millionen Franken, das er ausschlug. Denn der Preis sei «nicht verhandelbar» gewesen. Dies aus gutem Grund: Als Suter den Gasthof vor über zehn Jahren übernahm, musste er ihn aushöhlen und komplett neu aufbauen. Rund drei Millionen Franken hat er hierfür investiert.

Nach dem Lockdown Mitte März hat er dann den Gasthof von Markt genommen und sich dafür entschieden, eine Geschäftsleiterin einzusetzen, die er seit dem 1. April engagiert hat. Enttäuscht, dass es mit dem Verkauf nicht geklappt hat, sei er nicht, da die Lösung mit der neuen Geschäftsleiterin eine Gute sei. «Sie arbeitete zuvor im Restaurant Frickberg, hat viel Gastroerfahrung und wird das Restaurant managen», sagt er.

Froh ist Suter auch darüber, dass mit dieser Lösung die Arbeitsplätze des Personals gesichert sind. Insgesamt arbeiten im «Löwen» drei Köche, drei Servicekräfte sowie drei Aushilfen. «Der Betrieb wird unter der Geschäftsführerin unverändert weiterlaufen», sagt Suter. So soll der «Löwen» denn auch in Zukunft weiter als gute Adresse für gutbürgerliche Küche gelten.

Ein schöner Gedanke ist für Suter jener, dass in rund 20 Jahren seine drei Enkeltöchter zusammen den Gasthof führen könnten. «Eine als Köchin, eine im Service und als Zuständige für die Zimmer – das wäre doch was», sagt Suter, der sich in diesem Fall sogar darüber freuen dürfte, damals keinen Käufer gefunden zu haben.

Aargauer Gastro-News 2020

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