Laufenburg

Nachdem sie den Grill anwarf, brannte es lichterloh – jetzt steht sie vor Gericht

Letztes Jahr verursachte eine Fricktalerin eine Feuersbrunst. (Symbolbild)

Letztes Jahr verursachte eine Fricktalerin eine Feuersbrunst. (Symbolbild)

Fricktalerin verursachte Feuersbrunst – hierfür musste sie sich vor dem Bezirksgericht Laufenburg verantworten.

Sie wollte an diesem Sommerabend eigentlich nur etwas Grillgut zubereiten. Doch nur wenige Minuten nachdem die 49-Jährige aus dem oberen Fricktal den Grill anwarf, brannte der Holzanbau ihres Wohnhauses lichterloh. 20'000 Franken betrug der Schaden, der durch die Feuersbrunst entstand. Diesen bezahlte die Gebäudeversicherung.

Im Nachgang flatterte der Fricktalerin ein Strafbefehl ins Haus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr die fahrlässige Verur­sachung einer Feuersbrunst vor. Im Strafbefehl wurde die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 180 Franken sowie einer Busse von 800 Franken verurteilt.

Beschuldigte grillierte unter einem Dach

Gemäss der Staatsanwaltschaft habe sich die Beschuldigte strafbar gemacht, weil sie erstens den Gasgrill nur im Freien – wie in der Bedienungsanleitung festgehalten – hätte verwenden sollen. Zweitens habe sie die Kunststoffleichtbau-Flasche, in der sich das Gas befand, direkt unter den Grill gestellt, obwohl von verschiedenen Gaslieferanten darauf hingewiesen werde, dass man dies nicht dürfe.

Zwar sei lediglich an der Liegenschaft der Beschuldigten ein Schaden entstanden, jedoch habe vor den Löscharbeiten der Feuerwehr eine Gemeingefahr für die umliegenden Gebäude im Wohnquartier bestanden.

Die Beschuldigte sieht dies anderes. Vor dem Bezirksgericht Laufenburg schilderte sie, wieso sie mit dem Strafbefehl nicht einverstanden ist. «Ich grilliere an dieser Stelle schon seit fünf Jahre», sagte sie. «Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen, um das Feuer zu verhindern.» Auch, dass eine Gemeingefahr für die umliegenden Gebäude bestanden habe, bezweifelte die Angeklagte.

So habe die Entfernung der Feuersbrunst, die durch das Fenster des Vorbaus schlug, bis zum nächsten Nachbargebäude in etwa sieben bis acht Meter betragen. «Nicht einmal die Büsche, die sich neben dem Anbau befinden, haben Schaden genommen.» Zuvor schilderte der Sohn der Beschuldigten, der als Zeuge vernommen wurde, dass es an diesem Tag kaum gewindet habe.

Gericht muss weitere ­Abklärungen tätigen

Wie stark der Wind an diesem Abend wehte, ist für Gerichtspräsident Beat Ackle unter anderem eine Frage, die wichtig ist, um zu entscheiden, ob eine Gemeindegefahr bestanden hat. Ackle sprach an der Verhandlung noch kein Urteil, um die Wetterlage und andere Faktoren abzuklären – etwa, bis wohin genau sich der Brand ausgebreitet hat.

Zum Schluss der Verhandlung hielt Ackle fest, dass die Angeklagte mit der Verwendung des Grills in einem Unterstand und mit einem nicht genügend grossen Abstand zu brenn­baren Materialien, elementare Vorschriften unbeachtet liess.

Autor

Dennis Kalt

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