Schlüsselübergabe
Nach jahrelanger Suche: Der «Löwe von Laufenburg» wird in neue Hände übergeben

Nach jahrelanger Suche kann Jürgen Schroff seinen «Löwen von Laufenburg» jetzt endlich in neue Hände übergeben und in Rente gehen.

Reinhard Herbrig
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Jürgen Schroff (rechts) übergab sein Ausflugsschiff «Löwe von Laufenburg» an Marcus van Nijenhoff.

Jürgen Schroff (rechts) übergab sein Ausflugsschiff «Löwe von Laufenburg» an Marcus van Nijenhoff.

her (Laufenburg, 30.12.2020

«Mit der symbolischen Schlüsselübergabe hat die jahrelange Suche nach einem Nachfolger ein erfolgreiches Ende gefunden», erklärte Jürgen Schroff, der das Ausflugsschiff «Löwe von Laufenburg» beinahe 20 Jahre betrieben hat.

Trotz der Tatsache, dass wegen der Corona-Auflagen der Schiffsbetrieb mit dem «Löwen von Laufenburg» in diesem Jahr ruhte, hat Schroff weiterhin mit Hilfe einer Maklerin nach einem Käufer für sein Schiff gesucht. Nachdem das «Crowdfunding- Projekt» (Finanzierung im In- ternet durch zahlreiche Spon­soren) zu keinem Erfolg führte, hatte sich 2018 von Schweizer Seite Vizestadtammann Meinrad Schraner von den Laufenburger Ortsbürgern für den Weiterbetrieb des «Löwen von Laufenburg» stark gemacht.

Wie Schroff damals mitteilte, wollten die Ortsbürger das Schiff zunächst für zwei Jahre von ihm pachten, um es an den Kapitän Holger Grosse zu vermieten. Nachdem diese Bemühungen zu keinem Erfolg führten, wozu auch die Erwägungen der Ortsbürger gehörten, das Schiff zu kaufen, hat Schroff mit Hilfe seiner Maklerin Marcus van Nijenhoff gefunden, einen ausgebildeten Schiffsführer, der bereit ist, sobald es die Auflagen wegen Corona zulassen, die Weiterführung des «Löwen von Laufenburg» am Standort Laufenburg vorzunehmen. Er hoffe, Ende März die erste Ausflugsfahrt auf dem Rhein vorzunehmen, sagte van Nijenhoff.

Der neue Kapitän ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 14 und 18 Jahren.

Neuer Kapitän fuhr früher Frachtschiff

Er hat den Beruf von der Pike auf gelernt und das Rheinschifffahrtspatent erworben. Bisher hat er ein eigenes Frachtschiff am Niederrhein betrieben, dass er verkauft hat, um sich beruflich neu zu orientieren. Er ist nach Laufenburg gezogen und hat dort eine Wohnung gemietet. Er wird den Schifffahrtsbetrieb zunächst mit sonntäglichen Rundfahrten, Schleusenfahrten und Geburtstags- und sonstigen Jubiläumsfahrten ähnlich führen, wie dies Schroff getan hat. Einen Umbau des Schiffes, wie ihn Holger Grosse in Form eines Freideckes vorgesehen hatte, werde er erst nach dem erfolgreichen Verlauf von ein bis zwei Jahren in Erwägung ziehen. Ausserdem möchte er später zusätzlich ein Neubaufloss betreiben. Schroff ist von dieser Entwicklung erfreut und möchte van Nijenhoff so weit als möglich entgegenkommen. Er wird seine Website mit dem Domain-Namen an van Nijenhoff übergeben. Schroff hat das Schiff auf seine Kosten für fünf Jahre betriebstechnisch abnehmen lassen, sodass diesbezüglich keine weiteren Belastungen auf den neuen Besitzer zukommen. Schroff hat den Verkauf des Schiffes mit einem notariell beglaubigten Kaufvertrag durch seine Maklerin rechtsgültig vorliegen, sodass er jetzt seinen Ruhestand zusammen mit seiner Frau Luzia geniessen kann. Der Kaufpreis, über den Stillschweigen vereinbart ist, sei bereits auf seinem Konto gutgeschrieben, hiess es.

Das Schiff «Löwe von Laufenburg» wurde 1952 erbaut. Zunächst wurde es als «Kriemhild» in Königswinter als Fähre eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 befährt es den Hochrhein. Der «Löwe von Laufenburg» verkehrt auf dem Hochrhein zwischen den Kraftwerken Albbruck und Bad Säckingen. Die Schleuse beim Kraftwerk Laufenburg wird bei der zweistündigen Schleusenfahrt, bei der zehn Höhenmeter überwunden werden, passiert.